Politik

Rede in New York Trump, der Sieger, ganz zahm

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Kann Trump auch staatsmännisch?

(Foto: REUTERS)

Es ist die erste Rede, in der er so ganz Präsidentschaftskandidat sein will. Trump wendet sich an alle US-Amerikaner, und er ist für seine Verhältnisse geradezu sanft, friedfertig und optimistisch. Eine besondere Nachricht hat er an Anhänger von Bernie Sanders.

Zum Abschluss der Vorwahlen in den USA hat der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner Donald Trump seine Partei eindringlich zur Geschlossenheit aufgerufen. "Sie geben mir die Ehre, die Partei zu führen", sagte Trump. "Wir schließen nun ein Kapitel der Geschichte und beginnen ein anderes", sagte Trump.

Der Milliardär, der aus den Vorwahlen als bei Weitem stärkster Bewerber der Republikaner hervorging, gab sich in seiner Rede betont staatsmännisch und zurückhaltend, integrativ und positiv. "Ich werde Euch stolz auf Eure Partei und die Bewegung machen" sagte Trump. Noch am Wahltag selbst, an dem die Republikaner in fünf US-Bundesstaaten abstimmten, war Trump aus dem Partei-Establishment für seine Positionen und Haltungen kritisiert worden.

"Wir haben erst angefangen", sagte Trump. Und es wird wunderbar." Er habe mehr Stimmen als jeder andere Bewerber jemals zuvor erhalten, er danke jedem einzelnen Wähler. "Und denen, die jemand anders gewählt haben, sage ich: Ich werde mich sehr, sehr anstrengen, um Eure Unterstützung zu gewinnen."

Trump umgarnt Sanders-Wähler

Scharf griff Trump seine voraussichtliche Konkurrentin der Demokraten an, Ex-Außenministerin Hillary Clinton. "Die Clintons haben die Kunst der Bereicherung in eine eigene Kunstform verwandelt", sagte Trump. Er kündigte für den Beginn der kommenden Woche eine "große Rede" zu den "Verfehlungen und Problemen" der Clintons an. Mit der Nutzung eines privaten Servers für ihre E-Mails habe Clinton als Außenministerin die Sicherheit des ganzen Landes gefährdet.

Direkt wandte sich Trump an die Anhänger des wahrscheinlichen Verlierers der demokratischen Vorwahlen, Vermonts Senator Bernie Sanders. Der sei von einem manipulierten System zu Fall gebracht worden. "Wir heißen Euch mit offenen Armen willkommen!", sagte Trump.

Auch auf den Vorwurf, er attackiere selbst Parteifreunde, ging Trump ein. "Ich bevorzuge immer den Frieden", sagte er. Aber wenn es nötig gewesen sei, habe er immer gekämpft. "Ich habe für meine Familie und mein Unternehmen gekämpft, und jetzt kämpfe ich für Euch, für das amerikanische Volk."

"America first"

Trump sagte: "Ihr seht hier keinen Politiker kämpfen, sondern mich. Ich werde Amerikas Champion sein.(...) Es geht nicht um Republikaner oder Demokraten. (...) Es geht nicht um Spezialinteressen. Es geht um das amerikanische Volk." Auch wolle er sich um die Afroamerikaner kümmern, denen so lange Unrecht zugefügt worden sei, außerdem um die maroden und verkommenen Innenstädte. Als "Champion" hatte Clinton sich vor einem Jahr in einem Video bezeichnet, mit dem sie ihre Bewerbung öffentlich machte. Das Wort beschreibt im Englischen auch eine Person, die für andere kämpft, etwa im Sinne von "Vorkämpfer".

"Nach Jahren der Enttäuschung haben wir gesehen, wir können uns niemals auf die Leute verlassen, die das System kaputt gemacht haben", sagte Trump. "Ich werde Euch niemals, niemals im Stich lassen. (...) Das letzte, was wir brauchen, ist Clinton im Weißen Haus oder eine Fortsetzung des Obama-Desasters", sagte Trump. Die Schönheit seines Grundsatzes "America first" sei, dass dieser alle zusammenbringe. Er werde alle verloren gegangenen Jobs zurück nach Amerika holen, versprach Trump, sagte aber nicht, wie. "Wir bringen Amerika zurück an die Arbeit."

Quelle: ntv.de, fma/dpa