Politik

Reaktionen zum Tod Schirrmachers "Deutschland hat einen großen Publizisten verloren"

Er war einer der bedeutendsten Publizisten Deutschlands - Frank Schirrmachers Tod macht viele Weggefährten und Politiker betroffen. Sie drücken ihr Mitgefühl aus.

Nach dem unerwarteten Tod des einflussreichen Journalisten Frank Schirrmacher reagieren viele Politiker bestürzt. Bundespräsident Joachim Gauck schrieb: "Die Stimme der Vernunft, die Frank Schirrmacher in vielen Debatten verkörperte, wird uns fehlen." Schirrmacher habe "maßgebliche Debatten zu zentralen Zukunftsfragen" des Landes angestoßen. "Bei mancher Zuspitzung speiste sein Urteil sich stets aus umfassender Sachkenntnis, einem wachen historischen Bewusstsein und einer Grundhaltung der Humanität." Deutschland verliere einen herausragenden Journalisten und Publizisten.

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Schirrmacher.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel zeigte sich erschüttert: "Das ist eine fürchterliche Nachricht", erklärte der Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler in Berlin. "Deutschland hat einen großen Publizisten und Intellektuellen verloren. Und ich einen Freund", so Gabriel.

Kanzleramtschef Peter Altmaier würdigte Frank Schirrmacher als Wegbereiter einer offenen Debatte über das Internet. "Ohne Frank Schirrmacher wüssten wir weniger zum Thema Internet und die Debatte darüber wäre nicht halb so spannend und schön gewesen! Danke", twitterte der CDU-Politiker.

Auch SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel zeigte sich bestürzt. "Eine schlimme Nachricht. Schirrmacher war eine große Bereicherung in jeder Debatte", twitterte der hessische Landeschef. "Sein Verlust wiegt sehr schwer. Er wird uns fehlen", betonte der 44-jährige Sozialdemokrat. Grünen-Fraktionschef Katrin Göring-Eckardt twitterte: "Einer der wichtigen Intellektuellen und bedeutenden Journalisten ist tot."

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat Frank Schirrmacher als einflussreichsten Journalisten, großen Intellektuellen und Vordenker gewürdigt. "Als Mitherausgeber hat er das Profil der FAZ maßgeblich und erfolgreich mitbestimmt", erklärte die CDU-Politikerin. Auch als Autor habe er die deutsche Medienlandschaft an den Schnittstellen zwischen Feuilleton, Politik und Wissenschaft geprägt. "Die Kultur verliert einen Freund. Seine Lust an der Kontroverse, an Widerspruch und Querdenken, aber auch sein Vertrauen in den Menschen werden uns sehr fehlen."

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands, Michael Konken (DJV), sagte: "Das ist ein Riesenverlust für die deutsche Medienlandschaft." Schirrmacher habe diese über viele Jahre geprägt, als Autor und als "FAZ"-Mitherausgeber. Er würdigte ihn als "Vordenker in der digitalen Welt".

Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), zeigte sich tief erschüttert. "Wir trauern um einen großen und leidenschaftlichen Zeitungsmann. Der BDZV hat einen Freund verloren, der mit seiner scharf analytischen und zugleich visionären Kraft für die Zeitungskultur in Deutschland noch so vieles hätte tun können."

Der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz Marmor würdigte Schirrmacher als scharfsinnigen Analytiker gesellschaftlicher und medialer Prozesse. "Deutschland verliert einen herausragenden Publizisten und Vordenker."

Die Chefredaktion der "Süddeutschen Zeitung" würdigte Schirrmacher als einen der führenden Intellektuellen des deutschen Journalismus. "Er war ein begeisterter, ja ein besessener Zeitungsmacher", erklärte der "SZ"-Innenpolitik-Chef Heribert Prantl. "Er hat vorausgedacht, er hat Themen gesetzt, er hat Debatten geprägt, er war ein Meinungsführer. Er gehörte zu denen, die dem Journalismus den Weg ins digitale Zeitalter gewiesen haben. Er wird der deutschen Publizistik an allen Ecken und Enden fehlen.»

EU-Parlamentschef Martin Schulz teilte mit, er empfinde "tiefe Dankbarkeit", mit Schirrmacher freundschaftlich verbunden gewesen zu sein. "Er war mir ein guter Freund, dessen Verlust eine große Lücke hinterlässt." Schirrmacher habe "wie kaum ein anderer" die Debatten in Deutschland und Europa in den vergangenen Jahren geprägt. "Seine intellektuelle Neugier und sein Engagement haben uns in vielen Dingen die Augen geöffnet, uns sensibilisiert und klüger gemacht."

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und sein Vize, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), sprachen von einem "herausragenden Publizisten unserer Zeit" und "großen Geist".

Der frühere Kulturstaatsminister Michael Naumann meinte im Deutschlandradio Kultur, Schirrmacher habe stets ein "fantastisches Gespür für die richtigen Themen zur richtigen Zeit" bewiesen. Sein "redaktionsinternes Charisma" habe dazu geführt, "dass die jeweils besten Köpfe zu ihm stießen". Es sei ein "Menschenfänger für junge Redakteure" gewesen.

Quelle: n-tv.de, jwu/vpe/dpa

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