Politik

45 Tote bei Raketenangriffen Die Welt ringt um Lösung für Syrien

Allein, dass es das Treffen gibt, gilt schon als Erfolg. Möglicherweise ist es der Beginn einer politischen Lösung des Blutvergießens in Syrien. Doch die Erwartungen sind sehr gering. In Syrien sterben fast zeitgleich zum Beginn des Treffens dutzende Menschen.

Im Zeichen der Flüchtlingskrise hat der Syrien-Gipfel in Wien begonnen, auf dem Politiker nach Wegen zur Beendigung des dortigen Bürgerkriegs suchen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sprach von einem "Hoffnungszeichen für Syrien und die Region". Zugleich appellierte er an alle Beteiligten, Verhandlungsbereitschaft zu beweisen. Jetzt gehe es darum, einen "ersten Schritt zu gehen für eine politische Lösung des Konflikts". Das deutsche Interesse an einem Ende des Bürgerkriegs ist auch wegen der zahlreichen Flüchtlinge aus Syrien groß.

Zu den bislang umfassendsten Verhandlungen zum Syrien-Konflikt kamen Minister aus 17 Staaten sowie Vertreter der EU und der UN zusammen. Darunter waren die UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie wichtige Akteure wie Saudi-Arabien und die Türkei. Erstmals saß der Iran, der genau wie Russland den syrischen Machthaber Baschar al-Assad unterstützt, mit am Tisch. Vertreter aus Syrien selbst waren nicht dabei.   

Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, sagte, viele Staaten hätten eingesehen, dass es keine militärische Lösung geben könne. "Der wichtigste Aspekt dieser Gespräche ist, dass sie stattfinden und alle Staaten daran teilnehmen, die Einfluss auf den aktuellen Konflikt in Syrien haben", sagte der Diplomat der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Das Treffen müsse den Syrern eine Perspektive geben.

45 Tote bei Raketenangriff

Während in Wien verhandelt wurde, gingen die Bombardements in Syrien weiter. Bei Angriffen der syrischen Armee auf eine Rebellenhochburg nahe Damaskus wurden nach Angaben von Aktivisten mindestens 45 Menschen getötet. Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, schlugen am Freitag zwölf Raketen auf einem Marktplatz der Ortschaft Duma in der Ghuta-Region ein. 

Einer der Hauptstreitpunkte unter den Konferenzteilnehmern ist die Zukunft des syrischen Machthabers Assad. Der Westen besteht nicht mehr darauf, dass Assad sofort abtritt, strebt aber einen konkreten Fahrplan an. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sagte: "Assad kann nicht als die Zukunft Syriens angesehen werden. Er wird an diesem oder jenem Moment nicht mehr im Amt sein können."

Aus Kreisen der iranischen Delegation hieß es, Vorbedingungen zur politischen Zukunft Syriens und dessen Regierungschef seien nicht hilfreich. Nicht das Ausland, sondern nur die Syrer selbst sollten in freien Wahlen über das politische Schicksal ihres Landes entscheiden. Der Iran sei bereit, ernsthaft an einer Lösung mitzuarbeiten.

Russland verlangt, die syrische Opposition solle sich auf gemeinsame Positionen und eine gemeinsame Delegation für mögliche Verhandlungen mit der Assad-Führung verständigen, sagte der russische Vize-Außenminister Michail Bogdanow. Auch die Freie Syrische Armee sowie verschiedene kurdische Parteien sollten vertreten sein.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen