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Keine Spur von jordanischem Piloten Die Welt trauert um Kenji Goto

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Spontan versammeln sich in vielen japanischen Städten Menschen, die um Goto trauern.

(Foto: imago/AFLO)

Während sich Menschen auf der ganzen Welt mit dem ermordeten japanischen Journalisten solidarisieren, droht Japans Regierungschef dem IS bereits mit Vergeltung. In Jordanien bangt man indes weiter um das Leben des abgeschossenen Piloten.

Am Morgen nach der grausamen Ermordung des japanischen Journalisten Kenji Goto durch die Dschihadistengruppe Islamischer Staat bekunden Menschen überall auf der Welt ihr Mitgefühl für die Familie des Kriegsjournalisten: "Diese Neuigkeiten lasten schwer auf unseren Herzen, unsere Gedanken sind bei Kenjis Mutter, seiner Frau und den beiden Kindern", sagte Mark Tchelistcheff, ein persönlicher Freund des Ermordeten. Auf Twitter solidarisieren sich Tausende unter dem Hashtag #iamkenji.   

Während die japanische Bevölkerung gerade erst mit der Trauerarbeit angefangen hat, drohten Staatschefs aus aller Welt bereits mit Vergeltung: Der japanische Regierungschef Shinzo Abe sprach von einer "abscheulichen und verachtenswerten" Tat. "Wir werden den Terroristen niemals vergeben. Japan wird sich niemals dem Terrorismus beugen und ist entschlossen, seiner Verantwortung beim Kampf der internationalen Gemeinschaft gegen den Terrorismus gerecht zu werden."

Auch US-Präsident Barack Obama verurteilte die "abscheuliche Ermordung" der japanischen Geisel. Goto habe als Kriegsreporter in Syrien mutig über das Leid der dortigen Bevölkerung berichtet. Washington stehe an der Seite Japans. Obama lobte die von Tokio angekündigten Finanzhilfen für die vom IS bedrohten Länder. Die USA seien weiterhin entschlossen, zusammen mit ihren Verbündeten die IS-Miliz "zu schwächen und schließlich zu zerstören".

Der britische Premierminister David Cameron äußerte sich erschüttert über die "verachtenswerte und entsetzliche" Tat. Die mutmaßliche Hinrichtung sei ein weiterer Beleg dafür, dass die IS-Miliz "die Verkörperung des Bösen ist". Auch Frankreichs Staatschef François Hollande verurteilte die Tat.

"Massaker anrichten, wo immer Deine Leute sind"

Goto war bereits die zweite japanische Geisel, die innerhalb von nur einer Woche ermordet wurde. Im Internet wurde am Samstag ein Video veröffentlicht, das seine Enthauptung zeigt. In dem Video ist der 47-jährige Goto in orangefarbener Kleidung auf den Knien zu sehen. Ein maskierter, mit einem Messer bewaffneter Mann steht neben der Geisel und macht die japanische Regierung für den Tod des Journalisten verantwortlich. Der Maskierte wendet sich in dem Video direkt an Abe: Wegen dessen gewissenloser Entscheidung, "an einem aussichtslosen Krieg teilzunehmen, wird dieses Messer nicht nur Kenji töten, sondern weiter machen und Massaker anrichten, wo immer Deine Leute sind".

Der IS hatte mit der Tötung Gotos und eines entführten Jordaniers gedroht, sollte die Regierung in Amman nicht bis Donnerstagabend eine inhaftierte irakische Dschihadistin freilassen. Der jordanische Pilot Maas al-Kassasbeh wurde in dem am Samstagabend verbreiteten Video nicht erwähnt. Amman hatte als Bedingung für die Freilassung der Irakerin verlangt, ein Lebenszeichen des Piloten zu bekommen.

Der 26-jährige Oberleutnant war an Heiligabend 2014 mit seinem Kampfjet über Syrien abgestürzt und vom IS gefangen genommen worden. Die Sicherheit Al-Kasasbas ist zum Staatsanliegen geworden - sein Vater Safi ist Scheich eines einflussreichen Stammes im jordanischen Königreich. Ein Lebenszeichen seines Jungen habe er bislang nicht erhalten, sagte er.

Quelle: n-tv.de, jve/AFP/dpa

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