Politik

Staatssekretäre der Großen Koalition Die wichtigsten Strippenzieher

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Drei Aufsteiger: Dorothee Bär, Jörg Asmussen und Rainer Baake arbeiten künftig in den Ministerien der neuen Bundesregierung.

(Foto: Imago (3))

Personalkarussell Große Koalition: Unter den neuen Staatssekretären befinden sich alte Bekannte und überraschende Seitenwechsler. Bei der Aufstellung der zweiten Garde gibt es sogar eine Premiere: die erste türkischstämmige Staatsministerin.

Eine neue Regierung bringt neue Jobs. Unter den frischgebackenen Staatssekretären befinden sich alte Bekannte und überraschende Seitenwechsler. n-tv.de stellt die wichtigsten Strippenzieher hinter den neuen Bundesministern vor:

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Kulturstaatsministerin Monika Grütters

(Foto: picture alliance / dpa)

Neue Kulturstaatsministerin im Kanzleramt wird Monika Grütters. Die 51-Jährige gilt als Vertraute von Angela Merkel und folgt auf Bernd Neumann. Die CDU-Bundestagsabgeordnete ist künftig unter anderem dafür zuständig, Kultureinrichtungen und Kulturprojekte von deutschlandweiter Bedeutung zu fördern. Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration wird Aydan Özoguz. Die 46-jährige SPD-Politikerin beerbt die bisherige Amtsinhaberin Maria Böhmer, die ins Auswärtige Amt wechselt. Özoguz ist die erste türkischstämmige Staatsministerin und gilt als maßgebliche Unterhändlerin der neuen Doppelpass-Lösung. In Deutschland geborene Jugendliche ausländischer Eltern müssen sich künftig nicht mehr für eine Staatsbürgerschaft entscheiden.

Brigitte Zypries galt eigentlich als mögliche Leiterin des Justizressorts. Doch stattdessen wird die frühere SPD-Bundesministerin nun Parlamentarische Staatssekretärin im neuen Ministerium für Wirtschaft und Energie unter Führung von Sigmar Gabriel. Hier wird sich die Hessin künftig vor allem um die Themen Internet und Raumfahrt kümmern. Ins neue Superministerium wechselt auch der grüne Energieexperte Rainer Baake. Der 58-Jährige war zuletzt schon Staatssekretär im Umweltministerium.

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Maria Böhmer wechselt vom Kanzleramt zu Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

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Maria Böhmer, die seit 2005 im Kanzleramt für Integration zuständig war, wechselt in das von Frank-Walter Steinmeier geführte Auswärtige Amt. Dort wird die Vorsitzende der Frauen-Union der CDU neue Staatsministerin - und damit höchste Beamte des Außenministers. Mit ihr wechselt Michael Roth, der bisherige Generalsekretär der hessischen SPD, nach Berlin.

Die neue Verteidigungsminister Ursula von der Leyen wird von zwei Männern aus dem eigenen politischen Lager unterstützt. Neue Parlamentarische Staatssekretäre im Bendlerblock werden die CDU-Bundestagsabgeordneten Markus Grübel und Ralf Brauksiepe. Von der Leyen und Brauksiepe kennen sich ganz gut. Beide arbeiteten zuletzt schon zusammen im Arbeitsministerium.

Von der Leyens Nachfolgerin wird Andrea Nahles. Ihr Staatssekretär im Bereich Arbeit und Soziales wird Jörg Asmussen. Der 47-Jährige, der auch SPD-Mitglied ist, hat schon Ministeriumserfahrung gesammelt. Zwischen 2008 und 2011 arbeitete er im Finanzministerium. Zuletzt war er Direktor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Der Ökonom nennt vor allem private Gründe für seinen Wechsel nach Berlin, wo er mit seiner Frau und zwei Kindern lebt. Während der Koalitionsverhandlungen hatte sich Asmussen für einen gesetzlichen Mindestlohn stark gemacht. Gemeinsam mit Nahles ist er nun für dessen Einführung zuständig. Finanzminister Wolfgang Schäuble freut sich über Asmussens Rückkehr. "Das finde ich toll, er ist ein guter Mann", sagte er im Deutschlandfunk.

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Jochen Flasbarth

(Foto: picture alliance / dpa)

Parlamentarische Staatssekretäre im Umweltministerium werden Florian Pronold und Jochen Flasbarth. Pronold ist Bundestagsabgeordneter und Chef der Bayern-SPD. Der 40-Jährige, der im Kompetenzteam von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück für den Bereich Verkehr zuständig war, ist es künftig für Baupolitik. Flasbarth ist seit 2009 Präsident des Umweltbundesamtes, vorher leitete er den Naturschutzbund.

Ulrich Kelber und Gert Billen wechseln als Staatssekretäre an die Seite des neuen Justiz- und Verbraucherschutzministers Heiko Maas. Kelber war zuletzt SPD-Fraktionsvize, Billen Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Die beiden sollen sich um die Themen Datenschutz und Verbraucherrechte im Netz kümmern.

Im Gesundheitsministerium tritt Hermann Gröhe die Nachfolge von Daniel Bahr an. Parlamentarische Staatssekretärin wird Ingrid Fischbach, die seit 1998 für die CDU im Bundestag sitzt. Das Amt des Pflegebeauftragten übernimmt Karl-Josef Laumann, der Fraktionschef der Christdemokraten in NRW.

Über eine Beförderung kann sich auch Dorothee Bär freuen. Die 35-Jährige, bisher stellvertretende CSU-Generalsekretärin, wechselt gemeinsam mit ihrem Parteifreund Alexander Dobrindt nach Berlin. Dobrindt leitet dann das Ministerium für Verkehr und Digitales leitet, Bär wird Parlamentarische Staatssekretärin.

Quelle: ntv.de, cro