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Einen Tag nach Befreiung vom IS Dutzende Tote bei Anschlag nahe Al-Bab

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Erst am Donnerstag gab die Türkei die fast vollständige Einnahme von Al-Bab bekannt.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Der Islamische Staat ist in der Defensive. Türkische Truppen und Rebellen vertreiben die Terroristen aus dem syrischen Al-Bab. Nur einen Tag später richtet dort ein Selbstmordattentäter ein Blutbad an.

Bei einem Selbstmordanschlag nahe der nordsyrischen Stadt Al-Bab sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 42 Menschen getötet worden. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, waren die meisten Todesopfer Rebellenkämpfer. Demnach wurden zudem Dutzende Menschen verletzt. Protürkische Rebellen hatten am Donnerstag die Einnahme von Al-Bab und die Zurückdrängung der Terrormiliz Islamischer Staat verkündet.

Weniger als 24 Stunden nach der Niederlage der IS-Kämpfer in Al-Bab habe sich ein Attentäter in Susian nordöstlich der Stadt mit einem Fahrzeug in die Luft gesprengt, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Die Tat richtete sich demnach gegen Einrichtungen der Sicherheitskräfte. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von einem Netz aus Aktivisten in Syrien, von unabhängiger Seite sind ihre Angaben kaum zu überprüfen.

Die türkische Armee und verbündete syrische Rebellen hatten die IS-Hochburg Al-Bab über Wochen belagert. Die Islamisten leisteten jedoch erbitterten Widerstand, so dass die Offensive lange kaum Fortschritte machte. Am Donnerstag verkündeten die Rebellen dann aber die Einnahme der gesamten Stadt.

"Fast vollständige Kontrolle"

Nach Angaben der Beobachtungsstelle befanden sich zunächst aber weiter IS-Kämpfer in Al-Bab. Die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, die Freie Syrische Armee (FSA) habe mit Unterstützung türkischer Truppen das Stadtzentrum eingenommen. Der türkische Verteidigungsminister Fikri Isi sagte, die Rebellen übten eine "fast vollständige Kontrolle" über die Stadt aus.

Die vollständige Verdrängung aus Al-Bab wäre ein schwerer Rückschlag für die Extremistengruppe, die auch in ihrer letzten irakischen Hochburg Mossul unter Beschuss steht. Dort sind irakischen Truppen nach eigenen Angaben erstmals seit Beginn ihrer Offensive in ein Wohnviertel im Westteil der belagerten Großstadt eingerückt. Am Donnerstag hatten die irakischen Truppen den Flughafen erobert und von dort aus ihre Offensive auf Westmossul gestartet.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP

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