Politik

Maas dringt auf Ende der Gewalt Erste Waffenruhe der Taliban macht Hoffnung

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Bundeswehrsoldaten machen während einer Minensuche in Afghanistan Pause.

(Foto: picture alliance/dpa)

Hoffnung für Afghanistan: Seit diesem Sonntag gilt eine Waffenruhe, es ist das erste Mal überhaupt, dass die Taliban selbst diese verkünden. Außenminister Maß spricht von einem "Schritt nach vorne".

Die Bundesregierung wertet die vereinbarte Waffenruhe in Afghanistan als hoffnungsvolles Zeichen. Die Einigung auf die dreitägige Feuerpause sei ein "positiver Schritt nach vorne, der Anlass zu Hoffnung gibt", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Außenminister Heiko Maas und seinen Kollegen aus Indonesien, Katar, Norwegen und Usbekistan.

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Maas sieht Grund zur Hoffnung auf Frieden in Afghanistan.

Die afghanische Bevölkerung verdiene "ein Ende der Gewalt sowie einen würdigen Frieden und Stabilität", so der SPD-Politiker. Die Außenminister riefen die radikalislamischen Taliban und die Regierung in Kabul auf, in den kommenden Tagen und Wochen weitere Schritte zu unternehmen, um den Beginn von Friedensverhandlungen zu ermöglichen. Es sei eine dauerhafte und umfassende Reduzierung von Gewalt in Afghanistan nötig.

Die afghanische Regierung und die radikalislamischen Taliban hatten sich am Samstag auf eine dreitägige Waffenruhe verständigt. Nach der überraschenden Ankündigung der Islamistenmiliz, während der Feiern zum Ende des Ramadan von Sonntag an sämtliche Angriffe vorübergehend einzustellen, sagte auch Präsident Aschraf Ghani eine Kampfpause der Armee zu. Ghani versprach am Sonntag zudem, die Freilassung gefangener Taliban-Kämpfer zu beschleunigen und erklärte sich zur sofortigen Aufnahme von Friedensgesprächen bereit.

Noch 1300 Bundeswehrsoldaten vor Ort

Es war das erste Mal seit dem Einmarsch der US-Truppen im Jahr 2001, dass die Miliz selbst eine Waffenruhe verkündet. Davor hatte es erst einmal eine Feuerpause gegeben, Ghani hatte sie 2018 ebenfalls anlässlich des Ei al-Fitr-Festes zum Ende des Fastenmonats Ramadan verkündet. Damals sorgten sie für spontane Feiern auf den Straßen.

Die Vereinigten Staaten und die Taliban hatten sich Ende Februar auf einen Teilabzug der US-Truppen verständig. Das Abkommen  zwischen beiden Seiten sieht zudem vor, dass bis zu 5000 gefangene Taliban-Kämpfer und bis zu tausend verschleppte afghanische Soldaten freikommen. Danach sollen innerafghanische Friedensverhandlungen beginnen.

Zu Beginn des Jahres 2020 zählte die Nato-Mission "Resolute Support" noch 16.000 Soldaten vor Ort in Afghanistan, darunter etwa 1300 Bundeswehrsoldaten. 38 deutsche Soldaten sind in Kampfhandlungen seit Beginn des Krieges Ende 2001 gefallen.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP