Politik

Kurz nach Arrest von US-Bürger FBI nimmt Russen auf Pazifikinsel fest

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Mitarbeiter des FBI stellten den russischen Bürger auf der Pazifik-Insel Saipan.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Mann mit US-Pass wird Ende Dezember in Moskau festgenommen. Ihm wird Spionage vorgeworfen. Nun teilt das russische Außenministerium mit: Auch ein Russe befindet sich in US-Gewahrsam. Was ihm vorgeworfen wird, ist unklar.

Einen Tag nach der Festnahme eines US-Amerikaners wegen Spionageverdachts in Russland ist ein russischer Staatsbürger von US-Behörden festgenommen worden. Das teilte das Außenministerium nun in Moskau mit. Der Mann sei am 29. Dezember auf der Inselgruppe der nördlichen Marianen - einem US-Außengebiet im Pazifik - von den Behörden gestellt worden. Die russische Botschaft habe das nicht von den amerikanischen Behörden, sondern von Verwandten des Mannes erfahren. Er sei inzwischen nach Florida gebracht worden.

Der Russe Dmitri Makarenko sei am 29. Dezember auf der Pazifik-Insel Saipan zusammen mit seiner Ehefrau, seinen minderjährigen Kindern und den Eltern eingetroffen. "Direkt nach seiner Ankunft wurde er auf dem Flughafen von FBI-Mitarbeitern festgenommen", erklärte das Ministerium und verlangte von den USA Aufklärung über den Grund der Festnahme.

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Paul Whelan wird in Russland festgehalten.

(Foto: REUTERS)

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hatte vor mehr als einer Woche den Amerikaner Paul Whelan in Moskau festgenommen. Er sei auf frischer Tat "bei einem Akt der Spionage" ertappt worden, hieß es. Whelans Familie wies die Vorwürfe zurück und teilte mit, er habe sich in Moskau wegen einer Hochzeitsfeier aufgehalten. US-Außenminister Mike Pompeo verlangte von Russland Aufklärung über die Gründe der Festnahme. Sollte sich diese als unangemessen erweisen, müsse Whelan die sofortige Ausreise erlaubt werden, erklärte er.

Russland verteidigte das Vorgehen. Die Situation mit Paul Whelan stehe "in strikter Übereinstimmung mit dem russischen Gesetz und auch in Übereinstimmung mit unseren bilateralen Pflichten", sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow nach russischen Medienberichten. Auf die Frage nach einem möglichen Austausch Whelans gegen einen in den USA festgenommenen Russen sagte er, diese Frage stelle sich nicht. "Wir müssen alle Verfahren durchlaufen, die in einer solchen Situation erforderlich sind." Eine Anklage Whelans stehe erst noch bevor. Es gehe "um nachrichtendienstliche Aktivitäten".

Festgenommener hat drei Staatsangehörigkeiten

*Datenschutz

Nach Angaben des Außenministeriums in Moskau beantragte die kanadische Botschaft konsularischen Zugang zu dem Mann. Dies hatte bereits am Freitag die britische Botschaft getan. US-Botschafter Jon Huntsman hatte Whelan vor wenigen Tagen im Gefängnis besucht. Whelan wurde in Kanada geboren und besitzt insgesamt drei Staatsangehörigkeiten: Er ist US-Bürger, Brite und hat darüber hinaus auch einen irischen Pass.

Man werde "in diesem Fall jede mögliche und angemessene Unterstützung leisten", teilte ein Sprecher des irischen Außenministeriums in Dublin mit. Wer britischer Staatsbürger ist und irische Wurzeln hat, kann relativ leicht einen Pass aus Irland bekommen. Das russische Außenministerium erklärte, Whelan werde als "britisches Subjekt" angesehen.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/rts/AFP

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