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Anschlag auf Flüchtlingsunterkunft Gericht verurteilt Brandstifter von Meißen

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Im vergangenen Juni drangen die Männer gewaltsam in ein Meißener Wohnhaus ein, in das wenig später Flüchtlinge einziehen sollten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach einem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Meißen müssen die beiden Täter mehrere Jahre ins Gefängnis. Ihre ausländerfeindlichen Motive hätten strafverschärfend gewirkt, erklärt das Landgericht Dresden.

Rund zehn Monate nach dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Meißen sind die beiden Angeklagten zu Haftstrafen von jeweils drei Jahren und acht Monaten verurteilt worden. Das Landgericht Dresden sprach die 38 und 41 Jahre alten Männer wegen vorsätzlicher Brandstiftung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs schuldig, wie ein Justizsprecher sagte.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten den Anschlag aus ausländerfeindlichen Motiven verübten. Sie drangen im vergangenen Juni gewaltsam in ein Meißener Wohnhaus ein, in das Flüchtlinge einziehen sollten. Mit Hilfe von Brandbeschleunigern legten sie dort Feuer. Ein Wohnraum brannte völlig aus, das mehrstöckige Haus wurde vorerst unbewohnbar.

Knapp zwei Monate nach dem Brandanschlag drangen die Angeklagten demnach erneut in das Wohnhaus ein und versuchten, die Wohnungen unter Wasser zu setzen, um sie endgültig unbewohnbar zu machen. Dies misslang, weil die Wasserhähne versiegelt waren. Die Angeklagten hatten ein Geständnis abgelegt.

Als besonders erschreckend bezeichnete die Vorsitzende Richterin nach Angaben des Gerichtssprechers, dass es sich bei den Angeklagten nicht um einschlägige Kriminelle handle, sondern beide aus der "Mitte der Gesellschaft" kämen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. In den vergangenen Monaten hatte es bundesweit immer wieder Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte gegeben.

Quelle: n-tv.de, jki/AFP

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