Politik

Angriffe in Meißen und Freital Prozesse gegen Asylgegner starten

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Einsatzkräfte der Feuerwehr sind nach einem Brand in einer noch unbewohnten Asylbewerberunterkunft in Meißen im Einsatz.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im vergangenen Sommer verfolgen und bedrängen drei mutmaßliche Täter in Freital Asylbefürworter und in Meißen wird ein Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim verübt. In Dresden beginnen heute in beiden Fällen die Prozesse.

Zehn Monate nach einem Überfall auf Unterstützer einer Asylbewerberunterkunft im sächsischen Freital müssen sich drei Tatverdächtige vor dem Amtsgericht Dresden verantworten. Die mutmaßlichen Gewalttäter sollen im vergangenen Juni nach einer Kundgebung vor der Flüchtlingsunterkunft ein Auto mit Demonstranten verfolgt und bedrängt haben. Die Anklage wirft ihnen unter anderem gefährliche Körperverletzung vor.

Die Angeklagten sowie drei weitere Tatverdächtige wollten den Asylunterstützern laut Anklage eine "Abreibung" verpassen. Nach einer Verfolgungsfahrt hätten sie an einer Tankstelle in Dresden das Auto der Gegendemonstranten umstellt. Einer der Angeklagten soll anschließend mit einem Baseballschläger ein Autofenster eingeschlagen haben. Dabei wurde ein Insasse durch Glassplitter verletzt. Ursprünglich hatte der Prozess bereits im Januar begonnen. Nach einem Befangenheitsantrag der Nebenklage gegen den Vorsitzenden Richter wurde die Verhandlung unterbrochen. Der Antrag wurde abgelehnt; die Hauptverhandlung begann nun neu.

Im vergangenen Sommer hatten die tagelangen Proteste gegen ein Asylbewerberheim in Freital bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. In der Stadt gab es in den vergangenen Monaten wiederholt Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und Politiker. Rechtsextreme und selbsternannte sogenannte Bürgerwehren machen in dem Ort seit längerem Stimmung gegen Flüchtlinge.

Anschlag auf Flüchtlingsheim in Meißen

Auch der Brandanschlag in Meißen auf eine Flüchtlingsunterkunft vor rund zehn Monaten wird ab heute in Dresden verhandelt. Die mutmaßlichen Täter sollen im vergangenen Juni gewaltsam in ein Meißener Wohnhaus, in das Flüchtlinge einziehen sollten, eingedrungen sein. Mit Hilfe von Brandbeschleunigern sollen sie dort Feuer gelegt haben.

Ein Wohnraum brannte völlig aus, das mehrstöckige Haus wurde vorerst unbewohnbar. Es entstand ein Sachschaden von rund 100.000 Euro. Die beiden Tatverdächtigen sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft geständig. Die Anklage geht von ausländerfeindlichen Motiven aus. Sie wirft den Männern schwere Brandstiftung und Sachbeschädigung vor.

Knapp zwei Monate nach dem Brandanschlag sollen sie Mitte August erneut in das Wohnhaus eingedrungen sein und versucht haben, die Wohnungen unter Wasser zu setzen, um sie endgültig unbewohnbar zu machen. Dies misslang, weil die Wasserhähne verriegelt waren. Es entstand aber weiterer Schaden. Für den Prozess sind zunächst insgesamt drei Verhandlungstage bis Dienstag anberaumt.

Quelle: ntv.de, jki/AFP