Politik

Bei Neuwahlen derzeit absolute Mehrheit Griechen stehen hinter Tsipras

Der griechische Premierminister Alexis Tsipras denkt über Neuwahlen nach. Im Herbst könnte es soweit sein - die Aussichten für die Regierungspartei Syriza sind dabei sehr gut. Derzeit bekäme sie die absolute Mehrheit. Und auch mit Blick auf den Euro vertreten die Griechen eine klare Position.

Griechenland sagt "Ja" zu Tsipras: Die erste Umfrage nach der Parlamentsabstimmung über die Hilfsmaßnahmen für Griechenland zeigen ein deutliches Stimmungsbild in dem Land: Die große Mehrheit der Griechen steht hinter Premierminister Alexis Tsipras. Die Partei des Regierungschefs käme nach Angaben der Zeitung "Efimerida ton Syntakton" derzeit auf 43,5 Prozent der Stimmen, die größte Oppositionspartei "Nea Dimokratia" hingegen gerade einmal auf 21,5 Prozent.

Die neonazistische Partei Chrysi Avgi käme bei Wahlen derzeit auf 6,5 Prozent. Die "unabhängigen Griechen", derzeit Koalitionspartner in der Regierung von Syriza, haben die Unterstützung von drei Prozent der Griechen. Bei einem solchen Wahlergebnis könnte Ministerpräsident Alexis Tsipras bei Neuwahlen die absolute Mehrheit im Parlament gewinnen - 164 von 300 Sitzen fielen seiner Partei zu. Es wird spekuliert, dass im Herbst Neuwahlen in Griechenland stattfinden könnten.

Und noch ein anderes zeigt die Umfrage: Die Griechen wollen den Euro als Zahlungsmittel behalten. 73 Prozent sprechen sich dafür aus, nur 20 Prozent würden die Wiedereinführung der Drachme bevorzugen. Zugleich sprachen sich 70 Prozent für das neue Kreditprogramm aus, wenn Griechenland damit in der Euro-Zone bleiben kann.

Deutsche lehnen Deal ab

Auch aus Deutschland gibt es ein Stimmungsbild bezüglich des neuen Hilfsprogramms: Mehr als die Hälfte der Deutschen glaubt nicht daran, dass das neue Hilfsprogramm für Griechenland gut ist. Knapp die Hälfte hätte es lieber gesehen, wenn das krisengebeutelte Land die Euro-Zone verlassen würde. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "YouGov" für die "Welt am Sonntag" gaben 56 Prozent aller Befragten an, den Griechenland-Deal nicht zu unterstützen. 48 Prozent sprachen sich für einen Euro-Austritt Griechenlands aus. Nur ein Drittel der Befragten sprach sich klar für einen Verbleib des Landes im Euro aus.

Der zurückgetretene griechische Finanzminister Yanis Varoufakis prophezeite derweil, dass auch das neue Hilfspaket Griechenland nicht retten wird. Dem britischen Sender BBC sagte Varoufakis, das Paket werde in die Geschichte eingehen als "bislang größtes Desaster volkswirtschaftlichen Managements". Der Ex-Minister ist zudem der Meinung, das Rettungspaket sei schon gescheitert – offenbar spielt er damit auf die beiden vorherigen Rettungspakete an, die es nicht geschafft haben, die griechische Wirtschaft anzukurbeln.

Quelle: n-tv.de, fma/dpa/rts

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