Politik

Facebook-Post hat Folgen Hermes wirft rassistischen Zusteller raus

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Die meisten Menschen reagierten schockiert, doch ein Berliner freute sich über das Bild des toten Aylan.

(Foto: AP)

Das Internet quillt über vor hasserfüllten Kommentaren über Flüchtlinge und Migranten. Viele bleiben folgenlos für die Täter, aber nicht alle. Weil er den ertrunkenen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi verhöhnte, verliert ein Paketzusteller nun seinen Job.

Weil er den auf der Flucht in der Ägäis ertrunkenen Aylan Kurdi im Internet verhöhnte, hat ein 26-jähriger Berliner seinen Job verloren. Benjamin Sch. hatte ein Foto des toten dreijährigen Kindes auf einer öffentlichen Facebookseite unter anderem mit den Worten kommentiert "Wir trauern nicht sondern wir feiern es". Der Kommentar und weitere Hass-Einträge bei Facebook zogen mehrere Strafanzeigen nach sich. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zudem unter anderem wegen Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener.

Nach Informationen des NDR arbeitete Benjamin Sch. für eine Zeitarbeitsfirma indirekt im Auftrag des Paketdienstes Hermes. Hermes veranlasste demzufolge, dass der Mann nicht mehr für das Unternehmen tätig sei. Die Zeitarbeitsfirma habe ebenfalls mitgeteilt, Sch. nicht mehr beschäftigen zu wollen.

Hermes' Unternehmenssprecher wies gegenüber NDR.de darauf hin, dass Äußerungen wie die von Sch. bei Facebook gegen den Verhaltenkodex des Unternehmens verstießen. Dieser Kodex gelte auch für die Mitarbeiter von Kooperationspartnern. "Wer die hier fixierten Werte nicht respektiert, muss mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen", so der Sprecher. Hermes war der Vorfall deswegen aufgefallen, weil Sch. auf einem bei "Bild" veröffentlichten Foto in einem Pullover mit Hermes-Schriftzug zu sehen war.

Rassistische Äußerungen bei Facebook im Zuge der aktuellen Flüchtlingskrise haben eine Debatte über die juristische Konsequenzen ausgelöst und darüber wie soziale Netzwerke mit Hass-Postings umgehen. Mehrere Unternehmen haben in den vergangenen Monaten Mitarbeiter entlassen oder abgemahnt, nicht zuletzt um ihren eigenen Ruf zu schützen. Juristen weisen darauf hin, dass Gerichte Entlassungen wegen offen zur Schau gestellten Rassismus' schon seit Jahrzehnten immer wieder als rechtmäßig bestätigen.

Quelle: ntv.de, mbo

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