Politik

Rückschlag für Armee IS besetzt größte irakische Raffinerie

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Um diese Raffinerie geht es.

(Foto: REUTERS)

Gerade verkünden die USA, wie stark sie den IS mit ihren Bomben im Irak schon zurückgedrängt haben - da gelingt der Terrormiliz ein Erfolg, der die irakische Armee düpiert.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist in die Raffinerie der nordirakischen Stadt Baidschi eingedrungen. Sie hätten die Wachmannschaften überwältigt und danach mehrere Rohöl- und Benzintanks in ihre Gewalt gebracht, bestätigten irakische Sicherheitskreise. Baidschi ist die größte Raffinerie des Landes. Sie ist seit vergangenem Jahr umkämpft und hat seitdem den Betrieb eingestellt.

Zuletzt hatten IS-Milizen den Großteil der Stadt Baidschi 200 Kilometer nördlich von Bagdad kontrolliert. Die Raffinerie, die außerhalb der Stadt liegt, wurde von irakischen Sicherheitskräften gehalten. Die IS-Offensive bedeutet für die Regierung in Bagdad einen ersten Rückschlag, nachdem es der irakischen Armee und schiitischen Milizen zu Monatsbeginn gelungen war, den IS aus der Provinzhauptstadt Tikrit zu vertreiben.

Der Iran nutzt die Gefahr durch den IS, um die Anschaffung eines russischen Raketenabwehrsystems zu rechtfertigen. Das S-300-System verstärke den Kampf gegen den IS, sagte Verteidigungsminister Hussein Dehghan. "Die regionale und überregionale Gefahr des IS-Terrorismus hat diese neue Zusammenarbeit mehr denn je nötig gemacht", sagte er. Das neue Abwehrsystem wird nach seiner Darstellung die Sicherheit aller Länder in der Region stärken.

USA sind dagegen

Das US-Außenministerium äußerte sich besorgt. Die Lieferung verstoße zwar nicht gegen UN-Sanktionen, sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums. Der Iran trage aber zur Destabilisierung im Jemen, in Syrien und im Libanon bei. Es sei deswegen "nicht der richtige Zeitpunkt", um dem Iran das Waffensystem zu liefern.

Die jüngste Entwicklung im Irak überschattet auch den Besuch des irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi in Washington. Er will erstmals seit seinem Amtsantritt im vergangenen September mit US-Präsident Barack Obama zusammentreffen. Al-Abadi dürfte dabei auf mehr Waffenlieferungen aus den USA dringen.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa

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