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Syrische Stadt abgeschnitten IS kann in Palmyra tun, was er will

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Dieses Foto wurde auf einer Webseite des IS veröffentlicht. Es zeigt die Zitadelle vom modernen Teil der Stadt aus gesehen. Dort sollen die Dschihadisten derzeit auf Menschenjagd gehen.

(Foto: AP)

Die Terroristen des "Islamischen Staates" sind die neuen Herren in der syrischen Stadt Palmyra. Was sie dort genau treiben, weiß momentan niemand. Der UN-Sicherheitsrat sorgt sich vor allem um die verbliebenen Frauen und Kinder - und die wertvollen Altertümer.

Der UN-Sicherheitsrat ist nach der Einnahme von Palmyra durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in tiefer Sorge um Tausende Bewohner der syrischen Oasenstadt. Insbesondere die Lage von Frauen und Kindern gebe Anlass zur Sorge, da der IS dafür bekannt sei, Frauen und Kinder zu entführen und auszubeuten, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der 15 Mitglieder des Sicherheitsrates. Vor der Gewalt fliehenden Zivilisten müsse Sicherheit gewährt werden. Es sei vor allem Aufgabe der syrischen Behörden, die Bevölkerung zu schützen. Nach UN-Angaben floh bereits etwa ein Drittel der geschätzt 200.000 Einwohner.

Auch um das Unesco-Weltkulturerbe zeigte sich das Gremium zutiefst besorgt. Die Dschihadisten hatten das historische Palmyra mit seinen einzigartigen antiken Ruinen sowie die benachbarte moderne Stadt am Mittwoch unter ihre Kontrolle gebracht. Die Kämpfe mit der Nachhut der abziehenden Truppen des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad hatten noch bis zum Freitag angedauert.

Kein Wasser und kein Strom

Seitdem ist über die Lage in Palmyra wenig bekannt. Aktivisten meldeten, die Telefon- und Internetleitungen in die Stadt seien über Stunden unterbrochen gewesen. Laut verschiedenen Berichten befinden sich Zehntausende Flüchtlinge in der Stadt. Es gebe weder Wasser noch Strom.

Eine Unesco-Mitarbeiterin sagte, die sunnitischen Extremisten seien in der Stadt und könnten tun, was sie wollen. "Sie können ins Museum gehen und zwischen den Ruinen spazieren, und das ist der Hauptgrund für unsere Sorge, obwohl die wichtigsten Kunstwerke weggebracht wurden, bevor die Stadt an den IS fiel", fügte sie hinzu.

Im Nordirak hatten IS-Anhänger schon im Frühjahr einmalige Kulturstätten zerstört, darunter die Jahrtausende alte Stadt Nimrud und die Grabungsstätte Ninive. Im Museum von Mossul zertrümmerten sie wertvolle Statuen aus assyrischer Zeit.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa/AFP

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