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Alte, Kranke, Frauen und Kinder IS lässt Jesiden frei

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Zwei Jungen und ihre Mutter sind freigekommen. In Gefangenschaft haben sie sich Infektionen durch Insektenstiche eingefangen.

(Foto: AP)

Mehrere tausend Jesiden sind seit Monaten in der Gewalt des IS im Irak. Lukrativ sind aus Sicht der Dschihadisten Frauen, die sich als Sexsklavinnen verkaufen können. Nun lassen sie in einer vermeintlich menschlichen Geste die frei, die kein Geld einbringen.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat im Irak mehrere Hundert Jesiden freigelassen. Zu den nach Monaten in Gefangenschaft freigelassenen Mitgliedern der religiösen Minderheit zählen überwiegend ältere Menschen, außerdem Frauen, Kinder und psychisch Kranke. Der jesidische Aktivist Chodr Domli sprach von 350 freigelassenen Jesiden, andere Quellen von mehr als 200.

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Unter den Freigelassenen sind viele Alte, Kranke und einige Behinderte. Offenbar

(Foto: REUTERS)

Die meisten Freigelassenen berichteten, sie seien in der Nähe von Mossul im Norden des Landes festgehalten worden. Die Dschihadisten ließen sie an der Front südwestlich der mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt Kirkuk frei. Dort wurden sie von kurdischen Peschmerga-Kämpfern und Behördenvertretern in Empfang genommen und in ein Gesundheitszentrum der Ortschaft Altun Kopri gebracht.

Der dort tätige Jesidenaktivist Domli sagte, unter den Freigelassenen gebe es "Verletzte und Behinderte". Die Dschihadisten hätten die Jesiden offenbar freigelassen, weil sie sie nicht mehr ernähren konnten und sie ihnen zunehmend zur Last gefallen seien. Die jesidische Parlamentsabgeordnete Vian Dachil sagte AFP, der IS sei dem Druck der Peschmerga-Kämpfer und mit ihnen verbündeter Kräfte ausgesetzt. Auch das habe bei der Geiselfreilassung eine Rolle gespielt. Dachil äußerte die Vermutung, dass noch 3000 Frauen in der Gewalt des Islamischen Staats seien.

Die Jesiden betrachten sich teils als ethnische Kurden, teils als eigenständige Volksgruppe mit eigener Religion. Von den militanten Sunniten des Islamischen Staats werden sie als "Teufelsanbeter" verfolgt. Der IS hatte bei seiner Blitzoffensive im Nordirak im vergangenen Sommer das Sindschar-Gebirge eingenommen und dabei tausende Jesiden getötet oder gefangen genommen. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurden hunderte, wenn nicht tausende jesidische Frauen als Ehefrauen an Dschihadisten verkauft oder als Sexsklavinnen unterjocht. Einige nahmen sich laut Amnesty das Leben, um diesem Schicksal zu entgehen.

Mit den Geiselnahmen begründete US-Präsident Barack Obama Luftangriffe auf den IS im Irak und in Syrien. Zugleich wurde eine internationale Anti-IS-Allianz geschmiedet. Ihr gehören auch die irakische Armee, kurdische Einheiten, schiitische Milizen und sunnitische Stammeskämpfer an. Am kommenden Donnerstag beraten die Außenminister aus 20 Ländern in London über die Dschihadistenmiliz. Gastgeber sind der britische Außenminister Philip Hammond und sein US-Kollege John Kerry, wie aus Regierungskreisen in London verlautete. Themen des Treffens sind unter anderem die ausländischen Kämpfer in den Reihen des IS, die Finanzströme der Miliz und die Fortschritte bei ihrer Bekämpfung.

Quelle: n-tv.de, nsc/AFP

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