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Die nächste Provinzhauptstadt IS steht 500 Meter vor Hassaka

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Die kurdischen Volksschutzeinheiten haben wochenlang versucht, den IS in Schach zu halten.

(Foto: REUTERS)

Im Nordosten Syriens kämpfen Kurden seit Monaten gegen den Vormarsch des Islamischen Staates. Vergeblich, wie sich jetzt zeigt. Berichten zufolge steht der IS kurz vor Hassaka - und könnte so Gebiete im Irak und in Syrien noch besser verbinden.

Nach heftigen Gefechten mit Regierungstruppen stehen Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nach Angaben von Aktivisten unmittelbar vor der nordöstlichen Stadt Hassaka. Die Miliz befinde sich im Süden nur noch rund 500 Meter von der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz entfernt, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

In der Umgebung kontrollieren die IS-Kämpfer demnach sämtliche Militärstützpunkte sowie ein im Bau befindliches Gefängnis und ein Kraftwerk. Die Provinz Hassaka ist für den IS strategisch wichtig, weil sie Gebiete verbindet, die von der Miliz im Irak und in Syrien kontrolliert werden. Sie wird überwiegend von Kurden bewohnt, die den IS ebenfalls bekämpfen, aber dabei nach eigenen Angaben unabhängig von den Regierungstruppen vorgehen.

Wegen der Gefechte zwischen IS-Dschihadisten und kurdischen Kämpfern flohen unterdessen binnen zwei Tagen mehr als 3000 Syrer in die Türkei. Wie aus türkischen Regierungskreisen verlautete, kamen die meisten Flüchtlinge aus der Provinz Hassaka.

Assad-Regime verliert dritte Provinzhauptstadt

Die Angaben der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle sind unabhängig kaum überprüfbar. Die Einnahme Hassakas wäre die zweite Eroberung einer syrischen Provinzhauptstadt durch die IS-Miliz nach Rakka. Für die Führung von Staatschef Baschar al-Assad wäre es zudem der dritte Verlust einer Provinzhauptstadt, nachdem im März Idlib im Nordwesten des Landes an andere Aufständische fiel.

IS-Stellungen in Hassaka sind auch Ziel von Luftangriffen der USA und ihrer Verbündeten, wie die amerikanischen Streitkräfte mitteilten. Trotz der vor Monaten gestarteten Luftangriffe auf die IS-Kämpfer machen diese in Syrien und im benachbarten Irak immer weiter Boden gut. Den Vormarsch auf Hassaka starteten sie am 30. Mai.

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Quelle: n-tv.de, nsc/AFP/rts

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