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Neue Audiobotschaft IS will Eiffelturm sprengen

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Die Sicherheitsvorkehrungen in Paris wurden bereits massiv erhöht.

(Foto: REUTERS)

Nach Monaten Funkstille meldet sich der offizielle Sprecher der Terrorgruppe IS wieder zu Wort. Er bemüht sich, den Eindruck zu widerlegen, die Erfolgssträhne der Islamisten sei vorbei. Europa droht er mit Anschlägen auf berühmte Wahrzeichen.

In einer neuen Audiobotschaft hat der Sprecher der Terrorgruppe Islamischer Staat Europa mit neuen Anschlägen gedroht. Der Mann, der sich Abu Muhammad al-Adnani nennt, sagte: "So Gott will, wollen wir Paris vor Rom und Andalusien angreifen." Danach würden die Terroristen "eurer Weißes Haus, den Big Ben und den Eiffelturm sprengen", so al-Adnani weiter.

Der IS-Sprecher wies zugleich den Eindruck zurück, das "Kalifat" der Terroristen habe empfindliche Niederlagen erlitten und sei auf dem Rückzug. Im Gegenteil, seine Gruppe werde "von Tag zu Tag stärker". Erfolge etwa der irakischen Armee gegen den IS seien "eingebildet".

Die knapp 28-minütige Audioaufnahme, die über einschlägige Internetseiten und soziale Netzwerke verbreitet wurde, ist die erste ausführliche Botschaft des offiziellen IS-Sprechers seit etwa zwei Monaten. Zwar strömen laut westlichen Geheimdiensten weiter zahlreiche Freiwillige aus Deutschland und anderen Ländern zu der Gruppe. Dennoch musste sie empfindliche Niederlangen sowohl in Syrien als auch im Irak hinnehmen. Auch finanziell soll die Organisation unter Druck geraten sein.

Al-Adnani gab zudem bekannt, dass IS-Anführer "Kalif" Mustafa al-Baghdadi den Anschluss der nigerianischen Terrorsekte Boko Haram an seinen "Staat" angenommen haben. "Wir verkünden Euch heute die Ausdehnung des Kalifats nach Westafrika", sagte der Sprecher und forderte Muslime aus aller Welt auf sich nicht nur dem IS im Nahen Osten, sondern auch der Gruppe in Nigeria anzuschließen.

Erfolge gegen IS "eingebildet"

Boko Haram führt seit Jahren einen blutigen Kampf gegen den nigerianischen Staat und die Zivilbevölkerung im Nordosten des Landes sowie in den Nachbarstaaten Kamerun, Tschad und Niger. Tausende Zivilisten sind durch Anschläge bisher getötet worden. Boko Haram hat die nigerianischen Sicherheitskräfte im vergangenen Jahr aus mehreren Bezirken der Region vertreiben können. Allerdings haben die Armeen der betroffenen Staaten nach jahrelangem Zögern jüngst eine gemeinsame Gegenoffensive gestartet.

In langatmigen Formulierungen trat al-Adnani dem Eindruck zugegen, die Erfolgssträhne des IS sei abgerissen. Die Kämpfer auf Seiten Gottes "sind nicht besiegbar". Auch die mühsame Rückeroberung der syrisch-türkischen Grenzstatt Kobane durch kurdische Kämpfer mit westlicher Unterstützung sei in Anbetracht des ungleichen Kräfteverhältnisses zwischen den Islamisten und amerikanischen Streitmacht letztlich ein Sieg für die Gotteskrieger, behauptet al-Adnani. Zudem würden die verlorenen Orte bald zurückerobert.

Quelle: n-tv.de, mbo

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