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Fast 50 Tote in Al-Kubba IS zündet drei Autobomben in Libyen

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Mit drei Autobomben töteten IS-Attentäter fast 50 Menschen.

(Foto: Twitter/@LamineKingbird)

Der Islamische Staat überzieht Nordafrika mit Terror. Bei Selbstmordanschlägen töten die radikalen Islamisten fast 50 Menschen. Und auch im Irak hat der IS wieder hundertfach gemordet. Die UN ringen um eine Lösung.

Kurz vor neuen Friedensverhandlungen sind bei Anschlägen von Islamisten in Libyen Dutzende Menschen getötet worden. Bei der Explosion dreier Autobomben in der östlichen Ortschaft Al-Kubba kamen mindestens 47 Menschen ums Leben, 80 weitere wurden verletzt, wie der libysche Fernsehsender Now TV unter Berufung auf Klinikmitarbeiter berichtete. Zu der Tat bekannten sich Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Internet.

Der libysche IS-Ableger teilte in einer kurzen Erklärung mit, zwei Selbstmordattentäter hätten die Truppen von General Chalifa Haftar angegriffen. Dies sei die "Rache für das Blut unserer Muslime in der Stadt Derna" gewesen. "Das ist eine Botschaft an alle, die versuchen, die Soldaten des Kalifats (IS) oder andere Muslime anzugreifen", hieß es in dem Bekennerschreiben weiter. Der Erklärung wurden Fotos der mutmaßlichen Selbstmordattentäter beigefügt, deren Namen ebenfalls angegeben wurden.

Uneinigkeit ist Chance für den IS

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Im chaotischen Libyen findet der Radikalismus des IS einen idealen Nährboden.

(Foto: AP)

Al-Kubba liegt in der Nähe der Stadt Derna, die als Hochburg des libyschen IS-Ablegers gilt. Die Terrormiliz beherrscht in Syrien und im Irak ein Gebiet von der Ausdehnung Italiens. Ziel der IS-Attentäter in Libyen waren ein Hauptquartier der Sicherheitskräfte, eine Tankstelle und das Haus des Tobruker Parlamentspräsidenten Akila Saleh. Die UN-Mission in Libyen verurteilte die "feigen" Anschläge. Die beste Antwort darauf sei die nach einer politischen Lösung im Konflikt und die Wiederherstellung von Stabilität und Einheit. Die Dschihadisten machen sich die Uneinigkeit der Libyer zunutze.

In Libyen herrscht seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkrieg. Mehrere Milizen bekämpfen sich, darunter radikale Islamisten. Außerdem ringen zwei konkurrierende Parlamente um die Macht. In Tobruk tagt die international anerkannte Kammer. In der Hauptstadt Tripolis im Westen sitzt ein von Islamisten dominiertes Parlament.

Am Sonntag hatten Extremisten ein Video veröffentlicht, das die Enthauptung von 21 entführten ägyptischen Christen zeigte. Ägyptens Luftwaffe bombardierte danach in der Nähe Dernas IS-Stellungen. Derweil werden in Libyen lebende Ägypter nach Tunesien in Sicherheit gebracht. Hunderttausende sollen noch im Land sein. Am Sonntag wollen die libyschen Konfliktparteien ihren von den Vereinten Nationen vermittelten Dialog in Marokko fortsetzen, wie aus offiziellen Kreisen in Rabat verlautete.

150 Gefangene hingerichtet

Die radikalen Islamisten sind nicht dabei. Es handele sich um die entscheidende Runde der Verhandlungen für eine Waffenruhe und die Bildung einer Einheitsregierung. Die politischen Gespräche hatten im Januar in Genf begonnen. Im Februar reisten in der libyschen Oase Ghadames erstmals offizielle Vertreter beider Parlamente an.

Im Westen des Irak soll der IS 150 Gefangene getötet haben. Bei den Opfern handele es sich vor allem um Angehörige eines Stammes, der an der Seite der Armee gegen die sunnitischen Extremisten kämpfe, sagte der Vorsitzende des Ortsrates der Stadt Al-Bagdadi, Mallallah al-Obeidi. Unter den Toten seien auch Kinder.

Die IS-Extremisten leisten sich in der Gegend seit längerem heftige Gefechte mit Truppen der Regierung und belagern die Stadt. Al-Bagdadi rund 120 Kilometer westlich von Bagdad liegt in der Nähe des Militärflugplatzes Ain al-Assad, wo US-Ausbilder irakische Soldaten trainieren. Die Dschihadisten hatten den Stützpunkt in der vergangenen Woche mit Artillerie und Raketen beschossen.

Quelle: n-tv.de, bdk/AFP/dpa

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