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Konflikt könnte Flächenbrand werden Iran schickt Elitetruppen in den Irak

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Das irakische Verteidigungsministerium veröffentlicht Beweisvideos, die die Attacken der Isis in der Provinz Samarra belegen sollen.

(Foto: AP)

Der Iran sieht sich in seiner Kritik bestätigt, dass die westliche Unterstützung der syrischen Rebellen offenbar die Krise im Irak verstärkt hat. Nun schickt das schiitische Land seine Elitesoldaten dorthin, um die Terroristen zurückzudrängen.

Der Bürgerkrieg im Irak breitet sich offenbar wie ein Flächenbrand aus. Nach unbestätigten Berichten, hat der Iran aktiv in den Krieg im Nachbarland eingegriffen. Nach Angaben des "Wall Street Journal" soll die Regierung in Teheran drei Bataillone der Al-Quds-Brigaden, die Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, zur Unterstützung der irakischen Armee entsandt haben. Die Zeitung beruft sich auf iranische Sicherheitskreise. Die Revolutionsgarden sollen helfen, die Dschihad-Verbände der Isis zurückzudrängen, die große Teile im Norden und Westen des Iraks erobert haben.

Zudem sicherte der iranische Präsident Hassan Ruhani dem Irak die uneingeschränkte Solidarität im Kampf gegen die Isis zu. Sowohl auf regionaler als auch internationaler Ebene werde der Iran alles im Kampf gegen die Terroristen im Irak unternehmen, sagte Ruhani dem irakischen Regierungschef Nuri al-Maliki.

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Ruhani: Der Konflikt ist hausgemacht.

(Foto: REUTERS)

Nach Auffassung Teherans sind die Erfolge der Isis auch eine Konsequenz der westlichen Politik in der Syrien-Krise. Terroristen sei nicht nur Spielraum gegeben worden, man habe sie sogar ermutigt. Für Ruhani ist es eine Bestätigung - auch gegenüber der Türkei und Saudi-Arabien - dass die Unterstützung des Westens für die Rebellen in Syrien zu einer Eskalation der Krise geführt hat.

Dementsprechend beauftragte al Maliki seinen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif, alle diplomatischen Möglichkeiten auszuschöpfen. Die Nachrichtenagentur Fars berichtete, Sarif habe bereits Kontakt mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der Organisation für Islamische Zusammenarbeit und seinen Amtskollegen in der Türkei, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgenommen. Der iranische Chefdiplomat forderte demnach gemeinsame Maßnahmen gegen die Isis im Irak.

USA evakuieren Stützpunkt

Derweil ziehen die USA Hunderte Amerikaner aus einem irakischen Luftwaffenstützpunkt nördlich von Bagdad vorübergehend ab. Das berichtete der Sender "Fox News" unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsbeamte. Sie hatten in dem sunnitischen Gebiet irakische Sicherheitskräfte im Einsatz von Kampfjets und Überwachungsdrohnen trainiert.

Kämpfer der Isis ("Islamischer Staat im Irak und in Syrien") waren am Donnerstag bis auf 60 Kilometer an Bagdad herangerückt, bevor ihr Vormarsch gestoppt werden konnte. Nach Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen sind mittlerweile rund eine Million Iraker auf der Flucht. Viele versuchten das als stabil geltende kurdische Autonomiegebiet im Nordirak zu erreichen. Allein in Mossul waren binnen weniger Stunden 500.000 Menschen vor den Extremisten geflohen.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

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