Politik

"Hallo Herr Diktator" Juncker gibt in Riga den Spaßvogel

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Juncker (links) hatte für jeden Ankömmling einen lockeren Spruch übrig. Hier für den ukrainischen Präsidenten Poroschenko (M.). Die Lettische Regierungschefin Straujuma kommt aus dem Feixen nicht mehr raus.

(Foto: dpa)

Diktatoren-Scherze, Krawatten-Spielchen und herzliche Klapse: EU-Kommissionspräsident Juncker gibt beim Gipfeltreffen in Riga den Spaßmacher. Zur Begrüßung der Staats- und Regierungschefs präsentiert sich der 60-Jährige in bester Laune.

"Ein bisschen Spaß muss sein", lautete ganz offensichtlich das Motto beim Empfang des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker mit den angereisten Staats- und Regierungschefs beim EU-Ostpartnerschaftsgipfel im lettischen Riga.

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Orban (l.) gefriert für einen Moment das Lächeln.

(Foto: REUTERS)

Für das meiste Aufsehen sorgte die Begrüßung des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Als dieser sich zum Handschlag näherte, raunte Juncker die Worte "Der Diktator kommt" in das Foyer der lettischen Nationalbibliothek. Dies geschah offensichtlich in ironisch-scherzhafter Anspielung auf Orbans oft kritisierten autoritären Regierungsstil.

Lettlands verdutzt dreinschauende Ministerpräsidentin Laimdota Straujuma sah dann, dass Juncker und Orban wohl häufiger so locker miteinander umgehen. Juncker wiederholte das Wort "Diktator" noch einmal - beim Handschlag. Orban antwortete nach Angaben seines Sprechers: "Hallo Großherzog" - eine Anspielung auf Junckers Heimat Luxemburg, eines der kleinsten Länder der Welt. Orbans Sprecher Bertalan Havasi sagte, beiden Männern habe das Wortgeplänkel gefallen. "Orban begrüßt Juncker in der Regel so. Das ist schon seit Jahren so."

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Auch Tsipras bekommt sein Fett weg.

(Foto: AP)

Auch der wie gewohnt ohne Krawatte angereiste griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras wurde von dem Luxemburger mit einem Scherz bedacht. Ungeachtet aller griechischen Probleme machte sich Juncker vor den Fotografen einen Jux und hielt Tsipras seinen Binder vor den Anzug. Der Grieche genoss ganz offensichtlich die gelöste Stimmung und sagte zu Juncker, er sei "optimistisch", dass die Griechenland-Krise schon in Kürze beigelegt werden könne.

Zu sehen war auch, wie Juncker den österreichischen EU-Kommissar Johannes Hahn an dessen Krawatte zu sich zog. Andere Staats- und Regierungschefs bekamen freundliche Schläge auf Schulter, Rücken oder sogar angedeutete Backpfeifen verpasst.

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

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