Politik

Millionen für private Investoren Kabinett beschließt neue Bausubvention

imago85012307h.jpg

Der Steueranreiz soll vor allem zu mehr Investitionen in Mietwohnungen im unteren und mittleren Preissegment führen.

(Foto: imago/photothek)

Kurz vor ihrem Wohngipfel bringt die Bundesregierung eine weitere Subvention auf den Weg. Eine Sonderabschreibung soll den Bau neuer Mietwohnungen begünstigen. Die Immobilienbranche hält allerdings andere Ideen für wirksamer.

Die Bundesregierung will den Mietwohnungsbau durch Steueranreize für Investoren ankurbeln. Das Kabinett brachte eine befristete Sonderabschreibung auf den Weg. Damit können Bauherren für vier Jahre jeweils fünf Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten einer neuen Mietwohnung zusätzlich bei der Steuer geltend machen. Zusammen mit der üblichen jährlichen Abschreibung von zwei Prozent können sie somit in den ersten vier Jahren 28 Prozent bei der Steuer absetzen.

Dafür muss die Wohnung zehn Jahre vermietet werden. Eine Mietenobergrenze für die geförderten Wohnungen ist in dem Gesetzentwurf nicht vorgesehen. Der Bundestag muss das Vorhaben noch beschließen.

Dem Staat entgehen durch die Steuervorteile dem Entwurf zufolge jährlich etwa 235 Millionen Euro. Die Förderung gilt nur für Bauanträge oder Bauanzeigen nach dem 31. August 2018 und vor dem 1. Januar 2022. Luxuswohnungen sollen nicht gefördert werden: In den Genuss der Steuervorteile kommen Investoren nur, wenn die Anschaffungs- und Herstellungskosten 3000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche nicht übersteigen. Für die Sonderabschreibung geltend machen können Investoren aber höchstens 2000 Euro pro Quadratmeter.

"Aktuell andere Anreize besser geeignet"

Mit dieser Grenze soll verhindert werden, dass Investoren beim Bau von teuren Mietwohnungen auch noch steuerlich belohnt würden: "Mietwohnungen mit hohem Standard (Luxusausstattung) bedürfen keiner staatlichen Förderung und werden somit vollständig von der Förderung ausgeschlossen." Stattdessen sollen vor allem private Investoren einen Anreiz erhalten, Mietwohnungen "im unteren und mittleren Mietpreissegment" zu bauen.

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA), der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, begrüßte zwar die Absicht der Großen Koalition, den Wohnungsbau steuerlich stärker zu fördern. Die Sonderabschreibung sei für die gegenwärtige Lage auf dem Wohnungsmarkt jedoch nicht der richtige Weg. "Die Sonder-AfA ist ein passendes Instrument in Zeiten des Marktabschwungs und Konjunkturtiefs. Aktuell sind jedoch andere steuerliche Anreize besser geeignet", sagte ZIA-Präsident Andreas Mattner. Wirksamer wäre es etwa, die bisher übliche Abschreibung von derzeit zwei Prozent zu erhöhen. Zudem wären Entbürokratisierung, Beschleunigung und Vereinfachung als politische Zielsetzung wichtig.

Die Sonderabschreibung ist eine von zahlreichen Maßnahmen, mit denen die Bundesregierung auf die zunehmende Wohnungsnot in vielen deutschen Städten reagiert. Am Freitag treffen sich Politiker und Vertreter von Wirtschaft und verschiedener Verbände zu einem "Wohngipfel" im Bundeskanzleramt.

Quelle: n-tv.de, mbo/rts