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Sattes Plus ab 1. Juli Kabinett winkt Rentenerhöhung durch

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Deutschlands Rentner können sich fürs Erste zurücklehnen. Es gibt mehr Geld.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein solches Plus hat es seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht gegeben: Ab Juli haben die 20 Millionen deutschen Rentner deutlich mehr im Portemonnaie. Doch die Debatte über Altersarmut ist damit nicht vom Tisch.

Das Bundeskabinett hat grünes Licht für die diesjährige Rentenerhöhung gegeben. Die Bezüge der 20 Millionen Rentner sollen dem Kabinettsbeschluss zufolge zum 1. Juli im Westen Deutschlands um 4,25 Prozent steigen, im Osten sogar um 5,95 Prozent. Das stärkste Plus seit 23 Jahren ist eine Folge der Lohnentwicklung; es ist allerdings auch einem einmaligen Sondereffekt geschuldet, der zuvor die Rentenerhöhung gedämpft hatte.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles erklärte, die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt, das Wirtschaftswachstum und die steigenden Löhne auch dank des Mindestlohns kämen unmittelbar den Rentnern zugute. Die umlagefinanzierte Rente "ist und bleibt die zentrale Säule unseres Alterssicherungssystems", fügte sie mit Blick auf die aktuelle Debatte über die steigende Altersarmut hinzu.

Die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung beträgt nach Angaben des Ministeriums 3,78 Prozent in den alten Ländern und 5,48 Prozent in den neuen Ländern. Die Erhöhung hat laut Nahles keine Auswirkung auf den Beitragssatz zur Rentenversicherung, dieser werde in den kommenden Jahren stabil bei 18,7 Prozent bleiben. Der Rentenwert im Osten steigt mit der Erhöhung von bislang 92,6 Prozent auf 94,1 Prozent des Wertes im Westen.

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) erklärte, die "frohe Botschaft" ändere nichts an dem eigentlichen Problem der steigenden Altersarmut. "Rund 536.000 Rentner sind bereits heute auf Grundsicherung angewiesen", erklärte SoVD-Präsident Adolf Bauer. Ziel müsse es sein, das Rentenniveau zu stabilisieren.

Derzeit liegt das Rentenniveau - also das Verhältnis von Standardrente zu Durchschnittseinkommen - nur noch bei gut 47 Prozent. Es soll bis 2030 schrittweise auf 43 Prozent sinken. Dies hatte im Jahr 2004 die damalige rot-grüne Bundesregierung beschlossen. Zuletzt hatte es sowohl von CSU-Chef Horst Seehofer als auch aus der SPD Vorstöße für ein höheres Rentenniveau gegeben.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP

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