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Aufnahmen aus der Südukraine Kamikaze-Drohne attackiert deutsches Luftabwehr-System IRIS-T

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Das TRML-4D wird vom Rüstungskonzern Hensoldt produziert.

Das TRML-4D wird vom Rüstungskonzern Hensoldt produziert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Süden der Ukraine greift eine russische Kamikaze-Drohne ein ukrainisches Radarfahrzeug aus deutscher Produktion an. Das attackierte Gerät ist wichtiger Bestandteil des Luftabwehrsystems IRIS-T.

Eine russische Kamikaze-Drohne vom Typ Lancet hat offenbar ein deutsches Flugabwehrsystem vom Typ IRIS-T SLM im Süden der Ukraine attackiert. Luftaufnahmen der russischen Streitkräfte zeigen den Angriff einer Drohne auf ein TRML-4D-Luftraumüberwachungsradar. Das Radar ist integraler Bestandteil des Systems IRIS-T SLM und kostet Medienberichten zufolge rund 17 Millionen Euro.

Die Luftaufnahmen, die am Mittwoch im Netz veröffentlicht wurden, zeigen sowohl das Startgerät als auch das Nahbereichsradar des IRIS-T-Systems. Laut dem Verifizierungsteam von RTL/ntv entstand das Video etwa 40 Kilometer nordöstlich der Stadt Cherson unweit des Dorfes Baratwika in der Region Mykolajiw. Ob und wie stark das Radar durch den Angriff beschädigt wurde, wird aus dem Video nicht ersichtlich. Ein Ausfall des Radars wäre für die Ukraine allerdings ein schwerer Schlag. Denn ohne das TRML-4D funktionieren die Raketenwerfer der IRIS-T-Einheit nicht.

Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" dementieren Sicherheitskreise, dass das IRIS-T-System bei der Attacke zerstört worden sei. Dem Blatt zufolge funktioniert die Einheit weiterhin einwandfrei. "Es liegen uns keine Erkenntnisse vor, dass ein Radar des Systems IRIS-T SLM zerstört wurde", zitiert die Zeitung eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums.

Das IRIS-T SLM ist das modernste Flugabwehrsystem, über das die Bundesrepublik verfügt. Die Bundeswehr selbst nutzt die Waffe des Konzerns Diehl Defence noch nicht. Das Bundesverteidigungsministerium plant aber den Kauf von acht Einheiten. Das 140 Millionen Euro teure System besteht aus drei Teilen - einem Radar, einer Leitzentrale und dem Raketenwerfer. Im April erhielt die Ukraine das zweite von vier zugesagten IRIS-T-Systemen von der Bundesrepublik. Zudem gab Ägypten eine IRIS-T-Einheit an Kiew ab.

Das TRML-4D arbeitet mit der sogenannten AESA-Radartechnologie mit mehreren digital geformten Strahlen. Laut Angaben des Herstellers Hensoldt kann es verschiedene Luftziele wie Flugzeuge, Hubschrauber und Marschflugkörper identifizieren und verfolgen. Zudem kann es etwa 1500 Ziele in einem Umkreis von bis zu 250 Kilometern ausmachen. Mehrere der Radare sind in der Ukraine im Einsatz. Mitte Mai kündigte Hensoldt an, der Ukraine sechs weitere TRML-4D zu liefern.

Quelle: ntv.de, jpe

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