Politik

"Ukraine trollt Moskau" Kiew veranstaltet "Militärparade" mit russischen Panzern

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Nicht nur Schauen, auch Klettern ist erlaubt.

(Foto: picture alliance / Kyodo)

Den Aufmarsch russischer Panzer in Kiew hat sich Moskau wahrscheinlich anders vorgestellt. Zu ihrem Unabhängigkeitstag reiht die Ukraine zerstörte und erbeutete Fahrzeuge Russlands auf. Zahlreiche Schaulustige machen Selfies mit der zerstörten Rüstung der Angreifer.

Die Ukraine will ihren Unabhängigkeitstag am 24. August in diesem Jahr mit einer ganz besonderen Parade feiern. Auf der Chreschtschatyk, der zentralen Straße in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, wurden dafür ausgebrannte, zerstörte und erbeutete Militärfahrzeuge russischer Truppen aufgereiht. Darunter befinden sich Militärtransporter, Panzer und Raketenwerfer. Zahlreiche Schaulustige machten Fotos der Fahrzeuge, einige kletterten sogar auf die Panzer, um Selfies mit ihnen zu machen.

Der ukrainische Abgeordnete Roman Hryshchuk teilte ein Video der Fahrzeuge auf Twitter mit der Erklärung: "Russische Panzer bei der Parade im Zentrum von Kiew." Er fügte hinzu: "Aber es gibt eine Nuance." Der Politiker könnte damit ironisch auf das Fehlen russischer Soldaten anspielen. Russische Truppen hatten zu Beginn des Krieges versucht, Kiew zu erobern. Nach einigen Tagen und hohen Verlusten zogen sie sich jedoch aus dem Gebiet um die ukrainische Hauptstadt zurück.

Auch die britische Journalistin Emma Graham-Harrison schrieb auf Twitter: "Die Ukraine trollt Moskau weiter." Sie wies auf Berichte hin, denen zufolge der russische Präsident Wladimir Putin mit einer schnellen Eroberung Kiews und einer schnellen Siegesparade durch die ukrainische Hauptstadt gerechnet habe. "Heute reihen sich die russischen Militärfahrzeuge endlich in einer Hauptstraße in Kiew auf", schrieb sie weiter unter ein Video, das Ukrainerinnen und Ukrainer zwischen den zerstörten russischen Fahrzeugen zeigt.

Militärfahrzeuge als Ausflugsziel

Ein weiteres Video, das von dem ukrainischen Journalisten Oleksiy Sorokin auf Twitter geteilt wurde, zeigt, wie eine Familie die Vorführung der erbeuteten und ausgebrannten Militärfahrzeuge als Ausflugsziel nutzt. Sorokin schrieb dazu: "Endlich haben die Russen ihre Militärparade in der Kiewer Innenstadt. Es gibt nur einen Haken…" Eine Antwort aus Moskau zu der ukrainischen Parade gibt es bisher nicht.

Putin selbst ist bekannt für seine Paraden. Am 9. Mai, dem "Tag des Sieges über Nazi-Deutschland", veranstaltete er einen Aufmarsch mit Tausenden Soldaten, Panzern und Raketen auf dem Roten Platz in Moskau. Die von russischer Seite geplante Parade zur Feier zum "Tag der Marine" auf der besetzten Krim wurde nach einem Drohnenangriff jedoch abgesagt.

Quelle: ntv.de, spl

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