Politik

Nach den Ferien gibt es Strafen? Kultusminister warnt streikende Schüler

121941591.jpg

Nach den Ferien ist Schluss mit lustig: Hessens Kultusminister Lorz meint, die Klimademos der Schüler hätten ihr Ziel erreicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Ferien haben begonnen, doch der Präsident der Kultusministerkonferenz denkt schon ans neue Schuljahr. Sollten die Schüler ihre Klimademos während der Schulzeit fortsetzen, müssten sie mit Strafen rechnen, sagt CDU-Politiker Lorz. In Köln wird weitergestreikt: in den Ferien und sogar nachts.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Alexander Lorz, erwartet nach den Sommerferien für streikende Schüler der "Fridays-for-Future"-Bewegung Strafen. Die Proteste hätten ihr Ziel erreicht, es bringe nichts, "jetzt noch weiter der Schule fernzubleiben", sagte der hessische Kultusminister der "Zeit".

Sollten die Klimastreiks der Schüler nach den Sommerferien wieder beginnen, könne nicht ausgeschlossen werden, dass an den Schulen zu entsprechenden Mitteln gegriffen werde. "Wenn ich sage, ich möchte eine Regel brechen, hätte aber gern eine Garantie, dass danach nichts passiert, kann ich die Aktion gleich sein lassen", sagte der CDU-Politiker Lorz. "Wer zu einer Demo geht, die nicht Teil einer Lehrveranstaltung ist, fehlt unentschuldigt - mit allen Folgen."

Lorz sagte, für zivilen Ungehorsam dürfe es keine "Vollkaskoversicherung" geben. Es sei nicht Aufgabe von Lehrern, Kompensationen für unentschuldigtes Fehlen anzubieten. "Wer sich entscheidet, nicht zur Schule zu gehen, bezahlt dafür einen Preis, denn er muss nacharbeiten, aufholen und sich kümmern."

Schüler beginnen Sommerferien mit Nachtstreik

*Datenschutz

Auf einem Platz vor dem Kölner Rathaus hatten sich am Dienstagabend etwa 70 Schüler und Studenten auf den ersten Nachtstreik von "Fridays for Future" vorbereitet. Dafür bauten sie auf dem Alten Markt in der Altstadt Pavillons und ein großes Zelt auf. Die Kölner Schüler wollen bis Freitag nonstop durchstreiken.

"Wir haben einen Nachtschichtplan, der geht immer jeweils zwei Stunden", sagte Pressesprecherin Leonie Bremer. "Es wird abgewechselt, sodass wir immer eine Security haben und sicherstellen, dass nichts geklaut wird und alles gut ist." Die anderen könnten im Zelt oder in den Pavillons schlafen. Pro Tag beteiligen sich nach Bremers Angaben etwa 500 Schüler, Studenten und Auszubildende an der Aktion. Die Teilnehmer sind in unterschiedliche Schichten aufgeteilt.

Seit Monaten demonstrieren weltweit vor allem Schüler und Studenten freitags, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Die Bewegung geht auf eine Protestaktion der 16-jährigen schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg zurück.

Quelle: ntv.de, mau/dpa