Politik

Zwischen Präsenz und Wechsel Länder planen Schulöffnungen

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Halbierte Klassen, die an verschiedenen Tagen oder zu unterschiedlichen Zeiten in die Schulen kommen - das könnte für den Rest des Schuljahres das neue normal sein.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Eltern können mittlerweile ein Lied von den Freuden des homeschoolings singen. Doch schon vor den Osterferien sollen die meisten Schülerinnen und Schüler wieder in den Klassenräumen sitzen. Einige Bundesländer sind dafür schon in konkreten Vorbereitungen, andere zögern noch.

Nach den letzten Gesprächen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel mehren sich die Anzeichen dafür, dass Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland noch vor den Osterferien wieder zur Schule gehen könnten. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "In der Kultusministerkonferenz sind wir uns einig: Wir wollen, dass noch im März alle Schülerinnen und Schüler wieder zur Schule gehen - auch wenn es im Regelfall erst mal Wechselunterricht sein wird." Brandenburgs Bildungsministerin betonte, gerade der Wechselunterricht ermögliche das Einhalten von Abständen sehr gut. "Einige Bundesländer, in denen die Inzidenzwerte sehr niedrig sind, werden sich auch für Präsenzunterricht entscheiden", fügte die SPD-Politikerin hinzu.

Nordrhein-Westfalen kündigte bereits an, die Schulen ab dem 15. März wieder komplett zu öffnen. Alle Schüler sollen bis zum Beginn der Osterferien am 29. März zumindest eingeschränkt tageweise Präsenzunterricht haben. Kein Schüler solle dabei länger als eine Woche ohne Präsenzunterricht sein. In Berlin hieß es am Freitag aus der Bildungsverwaltung, dass die Öffnung der Schulen für alle Klassen - im Wechselunterricht und wahrscheinlich auch bei ausgesetzter Präsenzpflicht - unterstützt werde. Es sei das erklärte Anliegen von Bildungssenatorin Sandra Scheeres, auch die aktuell noch im Fernunterricht beschulten Kinder wieder in die Klassenräume zu holen, sagte ein Sprecher dem "Tagesspiegel".

Nicht in allen Ländern wird das allerdings so optimistisch gesehen. Hessen plant bis zu den Osterferien keine weiteren Öffnungs- oder Lockerungsschritte in den Schulen. Das teilte ein Sprecher des Kultusministeriums am Freitag in Wiesbaden mit. Die Osterferien dauern in Hessen vom 6. bis 16. April. "Nach den Osterferien streben wir dann, wenn es die Infektionslage zulässt, Wechselunterricht ab Jahrgangsstufe 7 und Präsenzunterricht in konstanten Lerngruppen für die Grundschulen an." In diesem Zusammenhang spielten die Themen Impfen und Testen für Schüler wie Lehrer eine besondere Rolle, erläuterte der Sprecher.

"Hoher sozialer Preis"

Auch das Bildungsministerium in Thüringen äußerte sich verhalten. "Ob das jetzt im März alles noch klappt (...) - das ist Glaskugelleserei", sagte ein Sprecher in Erfurt. "Wir können jetzt nicht zusagen, dass im März alle Schülerinnen und Schüler in die Schule gehen. Aber gleichzeitig können wir das auch nicht jetzt schon als Ziel abschreiben."

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Am 22. Februar hatten in zehn Ländern wieder Grundschulen aufgemacht - für Wechselbetrieb mit halben Klassen, die abwechselnd zur Schule kommen, oder auch Vollbetrieb mit festen Gruppen, teilweise mit Maskenpflicht auch im Unterricht. In manchen Ländern blieb es Eltern freigestellt, ob sie ihre Kinder schicken.

Am Dienstag hatten sich die Bildungsminister der Länder darauf verständigt, die Schulöffnungen weiter voranzutreiben. Ernst betonte, man könne trotz der veränderten Situation wegen der Virusmutationen nicht noch einmal mehrere Wochen warten. "Dafür haben die Schulschließungen einen zu hohen sozialen Preis", betonte sie. Kinder und Jugendliche litten stark unter der Beschränkung ihrer Kontakte - nicht nur durch schlechtere Bildungschancen, sondern auch psychisch. "Das darf uns nicht kaltlassen", sagte Ernst. "Deshalb ist für mich klar, dass wir nicht nur die Grundschulen öffnen müssen, sondern auch an den weiterführenden Schulen zumindest in den Wechselunterricht gehen müssen."

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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