Politik

Warnung vor Rot-Rot-Grün Laschet bietet Merz-Anhängern gemeinsamen Feind

CDU-Chef Laschet will die Anhänger seines Kontrahenten Merz nicht verprellen. Deswegen solle dieser auch eingebunden werden - offen bleibt wie. Zugleich macht er aber auch deutlich, dass die Machtfrage geklärt sei und lenkt die Blicke auf neue Gegner.

Der neue CDU-Chef Armin Laschet bemüht sich weiter um die Einbindung seines unterlegenen Rivalen Friedrich Merz. In einer Rede auf dem Digital-Parteitag der baden-württembergischen CDU sagte der 59-Jährige Laschet in Stuttgart, er wisse, dass Merz gerade im Südwesten viele Anhänger habe. "Ich bin auch Friedrich-Merz-Fan", fügte er hinzu. "Deswegen will ich, dass er dabei ist. Wir brauchen Friedrich Merz." Die Machtfrage in der CDU sei mit seiner Wahl zum Chef nun aber geklärt, betonte Laschet.

Merz hatte nach seiner Niederlage gegen Laschet die Chance ausgeschlagen, sich ins CDU-Präsidium wählen zu lassen. Für Unruhe und auch Unmut in der Partei sorgte Merz dann mit einem "Angebot" an Laschet, als Bundeswirtschaftsminister ins Kabinett einzutreten.

Laschet betonte in seiner Stuttgarter Rede, dass die Machtfrage in der CDU mit der Auszählung der Briefwahlstimmen am Vortag "entschieden" sei. Die Delegierten des Bundesparteitags hätten ihm mit 83 Prozent "Rückendeckung" gegeben, sagte Laschet. "Das macht es mir am Anfang leicht." Er interpretierte sein Ergebnis aus der Briefwahl so, dass auch Unterstützer von Merz und dem zweiten unterlegenen Kandidaten, Norbert Röttgen, für ihn gestimmt hätten.

Für die CDU komme es nun darauf an, "dass wir die Wähler der Mitte bei uns halten". Sein Ziel bei der Bundestagswahl am 26. September seien "35 Prozent plus X". "Das geht nur, wenn wir alle zusammenstehen", sagte Laschet.

Auf Stimmungsfang mit Berlin-Bashing

Laschet stimmte seine Partei auf eine harte Auseinandersetzung mit den Gegnern im Bundestags-Wahlkampf ein. "Ich bin sicher: Wenn Rot-Rot-Grün eine Mehrheit haben, werden sie es machen", sagte er. Selbst Baden-Württembergs Grünen-Ministerpräsident Winfried Kretschmann habe eine solche Koalition nicht ausgeschlossen. Dies müsse man aber, wenn man sich um die Zukunft des Landes sorge.

Wie schlecht Rot-Rot-Grün regiere, könne man in der Hauptstadt Berlin sehen. "Es wird auf die CDU ankommen, dass wir die Wähler der Mitte halten", betonte Laschet. "Man muss aber ein solches Bündnis ausschließen, wenn es um das Wohl in Deutschland geht." Bei der Bundestagswahl im September gehe es "um die Richtung der Republik".

In Baden-Württemberg, wo die CDU als Juniorpartner der Grünen regiert, wird am 14. März ein neuer Landtag gewählt. Ein starkes Ergebnis im Südwesten gebe der CDU "Aufschwung für die Bundestagswahl", sagte Laschet.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa