Politik

Vor Stichwahl in Frankreich Marine Le Pen holt auf

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Front-National-Chefin Marine Le Pen kann sich freuen: In den Umfragen kann sie den Vorsprung von Macron verkürzen.

(Foto: REUTERS)

Kommende Woche müssen sich die Franzosen entscheiden: Wer soll in den Elysée-Palast einziehen? In jüngsten Umfragen verliert Emmanuel Macron deutlich in der Wählergunst - und Marine Le Pen kommt näher. Das hat auch mit Wahlverlierer Mélenchon zu tun.

Der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron büßt in Umfragen zunehmend seinen Vorsprung vor Front-National-Chefin Marine Le Pen ein. Zwar bleibt der parteilose 39-Jährige klarer Favorit für die Stichwahl am 7. Mai - laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Odoxa liegt er derzeit bei 59 Prozent. Damit hat er seit der ersten Wahlrunde am vergangenen Sonntag jedoch vier Prozentpunkte verloren. Le Pen legt entsprechend um vier Punkte zu und landet bei 41 Prozent.

Auch in einer am Donnerstagabend veröffentlichten Umfrage des Instituts Harris Interactive wird Macrons Vorsprung vor Le Pen kleiner. Der sozialliberale Ex-Wirtschaftsminister liegt demnach bei 61 Prozent, die Rechtspopulistin bei 39 Prozent. Auffallend in der Odoxa-Umfrage sind die Angaben der Franzosen, die in der ersten Runde für den Linksaußen Jean-Luc Mélenchon gestimmt hatten: Demnach wollen nur 40 Prozent von ihnen in der Stichwahl für Macron und damit gegen Le Pen stimmen. Das ist ein Rückgang von 13 Punkten innerhalb weniger Tage. 41 Prozent wollen sich enthalten und 19 Prozent für Le Pen stimmen.

Mélenchon hatte es nach seiner Niederlage im ersten Wahlgang am 23. April abgelehnt, eine Wahlempfehlung auszusprechen. Die rund sieben Millionen Wähler, die für ihn gestimmt haben, könnten bei der Stichwahl eine wichtige Rolle spielen. Sowohl von Macron als auch von Le Pen werden sie deshalb besonders umworben.

Le Pen ätzt gegen "Bankier Macron"

Die Rechtspopulistin wandte sich in einem Internet-Video an die Anhänger des EU-kritischen Mélenchon und forderte sie auf, Macron den Weg in den Elysée-Palast zu "versperren". Eine Formulierung, die Vertreter der großen Parteien in der Regel verwenden, um sich gegen Le Pen auszusprechen. Das Wahlprogramm des "Bankiers Macron" stehe in komplettem Gegensatz zu Mélenchons Projekt, sagte Le Pen.

Mélenchon-Sprecher Alexis Corbière sprach von "kleinen, nicht sehr würdigen Wahlmanövern" der Rechtspopulistin. "Nicht eine Stimme darf an die Front National gehen." Macron besuchte derweil das französische Dorf Oradour-sur-Glane, wo die Waffen-SS im Juni 1944 insgesamt 642 Zivilisten ermordet hatte. Der Mitte-Politiker wollte außerdem den früheren konservativen Premierminister Jean-Pierre Raffarin treffen.

Quelle: ntv.de, jug/AFP

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