Politik

Fünf Milliarden Euro Staatshilfen Mehr Asylbewerber erhalten Leistungen

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Eine Asylbewerberin mit Kind auf dem Gelände der Zentralen Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt (Brandenburg).

(Foto: picture alliance / dpa)

Im Zuge der Flüchtlingskrise steigt die Zahl der Asylbewerber mit Anspruch auf staatliche Hilfe um mehr als das Doppelte: Fast eine Million Menschen erhielten im vergangenen Jahr Geld- und Sachleistungen. Das belastet auch die Staatskasse immer mehr.

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland als Asylbewerber Geld- und Sachleistungen erhalten, ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Wie das Bundesamt für Statistik mitteilte, erhielten zum Jahresende 2015 rund 975.000 Asylbewerber entsprechende Hilfe. Im Vergleich zum Vorjahr war dies ein Anstieg um 169 Prozent. Die staatlichen Ausgaben für Hilfen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz stiegen im Vergleich zum Vorjahr um rund 120 Prozent auf fast 5,3 Milliarden. 2010 hatten die Ausgaben noch rund 815 Millionen Euro betragen.

Dabei stammten 2015 insgesamt 616.000 Asylbewerber mit Anspruch auf Leistungen aus Asien. Sie stellten mit 63 Prozent den größten Teil der Empfänger. Die Hälfte dieser Gruppe waren Syrer, etwa 115.000 kamen aus Afghanistan und rund 80.000 aus dem Irak. Hilfe für Lebensunterhalt, Kleidung, Gesundheit oder Unterbringung erhielten aber auch rund 212.000 Menschen aus Europa - darunter vor allem Asylbewerber aus Montenegro, Kosovo, Serbien und Albanien.

Aus Afrika kamen indes nur 13 Prozent der Empfänger von staatlichen Leistungen. Die meisten von ihnen stammten aus Nigeria, Somalia und Eritrea. Neben den Regelleistungen hatten 340.000 Menschen Anspruch auf besondere Leistungen, die in speziellen Bedarfssituationen gewährt werden - etwa bei Krankheit, Schwangerschaft oder Geburt.

16.000 Asylbewerber abgeschoben

Nicht berücksichtigt werden in dieser Statistik diejenigen Ausländer, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) bereits als Flüchtlinge oder als Asylberechtigte anerkannt sind. Ende Juli waren nach einem Bericht des Innenministeriums zudem 215.000 Personen ausreisepflichtig - 163.000 von ihnen hatten einen Status als Geduldete.

Von denjenigen Asylbewerbern, deren Antrag abgelehnt wurde, sind im laufenden Jahr rund 16.000 in ihre Herkunftsländer abgeschoben worden. Im gesamten Vorjahr waren es knapp 21.000 Abschiebungen. Zudem verließen dem Ministerium zufolge in den ersten sieben Monaten 35.000 Menschen mit einer finanziellen Förderung freiwillig das Land.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/rts