Politik

Journalist über Baerbock-Buch "Meine Rolle war die eines Geburtshelfers"

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Michael Ebmeyer bezeichnet die Vorwürfe gegen Grünen-Chefin Baerbock als "scheinheilig".

(Foto: imago stock&people)

Der Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock wird vorgeworfen, mehrere Passagen in ihrem Buch "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern" ohne Kennzeichnung von anderen Autoren übernommen zu haben. Jetzt spricht der Journalist, der die Politikerin bei ihrem Werk unterstützte.

In der Debatte um Plagiatsvorwürfe gegen Annalena Baerbock hat sich nun erstmals der Journalist Michael Ebmeyer zu Wort gemeldet, der die Grünen-Kanzlerkandidatin bei ihrem jüngst scharf kritisierten Buch unterstützt hatte. Dazu postete der Autor bei Facebook eine Mitteilung des Ullstein-Verlags, bei dem "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern" erschienen war. Darin heißt es, Ebmeyer habe im vergangenen Winter "ausführliche Interviews" mit der Grünen-Politikerin geführt, auf deren Grundlage "Frau Baerbock - ohne Michael Ebmeyer - das Buch in seiner vorliegenden Form schrieb".

Ebmeyer selbst bezeichnet seine Rolle in der Zusammenarbeit mit Baerbock als die eines "Geburtshelfers" und betont, dass er an der "Endfassung" des Buchs nicht beteiligt gewesen sei - so sei es von Anfang an abgesprochen gewesen. Die Debatte über ungekennzeichnet übernommene Passagen in dem Werk der Politikerin verurteilt der Journalist als "Kampagne", bei der versucht worden sei, "auch meinen Namen in den Dreck zu ziehen". Baerbock selbst hatte bereits in einem Interview gesagt, dass sie bei der Arbeit an "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern" unterstützt worden sei.

Ihr Unterstützer Ebmeyer hält die Vorwürfe gegen das Buch der Grünen-Chefin für "scheinheilig". Dieses sei kein Fachbuch, sondern "eine Darlegung der Agenda, mit der die Kandidatin antritt, und ein Überblick zu ihrem Weg in die und in der Politik". Auch habe es kein Zerwürfnis zwischen ihm und der Politikerin gegeben.

Nach den Plagiatsvorwürfen gegen Baerbock hatte der Ullstein-Verlag zuletzt angekündigt, dass er das betreffende Buch mit Quellenangaben versehen werde. "In Absprache mit der Autorin werden wir in einer möglichen nächsten Auflage sowie zum nächstmöglichen Zeitpunkt im E-Book zusätzliche Quellenangaben im Buch ergänzen", hieß es dazu. Baerbock selbst hatte sich zuvor selbstkritisch geäußert und eigene Fehler bei der Arbeit an ihrem Buch eingeräumt. Rückblickend wäre es besser gewesen, so die Kanzlerkandidatin, wenn sie mit einem Quellenverzeichnis gearbeitet hätte.

Quelle: ntv.de, mbe

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