Politik

Kein Wort zu Außenminister Johnson Merkel lädt May nach Berlin ein

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May und Merkel - oftmals wurden beide bereits verglichen.

(Foto: AP)

Angela Merkel und Theresa May wurden oft verglichen - nun freut sich die Kanzlerin auf die Zusammenarbeit mit der neuen britischen Premierministerin. Die Personalie Johnson kommentiert sie nicht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die neue britische Premierministerin Theresa May nach Deutschland eingeladen. Sie habe die Einladung am Mittwochabend bei einem Telefonat mit May ausgesprochen, sagte Merkel in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Theresa May", sagte die Kanzlerin.

Die Ernennung von Boris Johnson zum britischen Außenminister wollte die Kanzlerin nicht kommentieren. Johnson ist einer der wichtigsten Befürworter des EU-Austritts Großbritanniens. "Ich glaube, unsere Aufgabe ist es, mit Regierungen befreundeter Länder sehr eng zusammenzuarbeiten", sagte Merkel. "Die Welt hat genügend Probleme, um auch die außenpolitische Zusammenarbeit gut voranzubringen, so wie wir das in der Zusammenarbeit mit Großbritannien immer gemacht haben."

"Gegen soziale Ungerechtigkeit kämpfen"

Drei Wochen nach dem historischen Brexit-Votum war die Konservative May am Mittwoch von Königin Elizabeth II. zur Nachfolgerin David Camerons ernannt worden. Sie werde gegen soziale Ungerechtigkeit kämpfen, betonte May anschließend in ihrer ersten Rede. Es komme darauf an, "ein besseres Britannien bauen". May ist die erste Frau an der Regierungsspitze seit dem Rücktritt von Margaret Thatcher 1990.

Danach sorgte May mit der Ernennung von Johnson für die erste große Überraschung. Johnson hatte zuvor als Favorit für die Nachfolge von Cameron gegolten, der nach dem Votum zum EU-Austritt zurückgetreten war. Allerdings lehnte Johnson eine Kandidatur überraschend ab.

Zudem schuf May einen neuen Ministerposten, der für den Brexit zuständig ist, und besetzte ihn mit dem Abgeordneten David Davis. Neuer Schatzkanzler ist der bisherige Außenminister Philip Hammond. Michael Fallon bleibt Verteidigungsminister. Ein erstes Treffen der Politiker fand bereits im Amtssitz in der Downing Street in London statt.

Quelle: ntv.de, mli/dpa