Politik

Magazin-Titel provoziert Spott Merkel mit Nazis vor der Akropolis

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Der Titel des aktuellen "Spiegel": Merkel vor der Akropolis - mit Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch und anderen Nationalsozialisten.

Den neuesten "Spiegel" ziert eine gewagte Fotomontage. Zu sehen sind Kanzlerin Merkel, Nazis und die griechische Akropolis. Das Blatt räumt selbst ein, dass solche Vergleiche "Unsinn" sind.

Auch "Bild"-Chef Kai Diekmann kann sich einen Kommentar nicht verkneifen. "So ein Titelbild hättest Du mir nicht durchgehen lassen!", schreibt er an Nikolaus Blome. "Du wärst in mein Büro gekommen und hättest mich angeschrien!" Blome war auch einst Mitglied der Chefredaktion der "Bild". Jetzt ist er als Leiter des Hauptstadtbüros des "Spiegel" für eine Aufmachung mitverantwortlich, die im Netz für Spott sorgt.

Zu sehen ist Kanzlerin Angela Merkel in gewohnter Pose - ein naiv wirkendes Lächeln, die Hände zur Raute geformt. Hinter ihr ist die Akropolis zu sehen - und ein halbes Dutzend Nazis. "The German Übermacht" steht darüber.

Derartig montierte Nazi-Vergleiche kannte die deutsche Öffentlichkeit bisher nur aus dem Ausland, zumindest, wenn man Satiremagazine wie die "Titanic" abzieht. Die italienische Tageszeitung "Il Giornale" titelte einmal mit "Quarto Reich" und zeigte Merkel mit der Hand zum Hitlergruß erhoben. Die einstige Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, war in polnischen Blättern in SS-Uniform zu sehen.

Genau darauf will der "Spiegel" anspielen. In seiner Titel-Geschichte geht es vor dem Hintergrund der Eurokrise darum, "wie Europäer auf die Deutschen blicken". Die zentrale These: "Die Deutschen gelten wieder als Übermacht. Dabei sind sie eher ein schwacher als ein starker Hegemon des Kontinents."

Unter anderem beim Hashtag #SPIEGELtitel häuft sich Häme. "Was sie samstags schon mal vor dem Lesen in den Mülleimer werfen können", heißt es da. Oder: "Wenig intelligent. Wenig kreativ. Wenig lustig."

Ein Nutzer hat eine "Exklusiv-Story" über das vermeintliche Making Of des Titels gepostet.

Ein anderer kontert mit  dem Titel des "Dummy"-Magazins.

Merkel unter Nazis - ganz wohl war offensichtlich auch Nikolaus Blome und dem Rest der "Spiegel"-Redaktion bei dem Cover nicht. Das zeigt sich in der "Hausmitteilung", die jede "Spiegel"-Ausgabe mit ein paar Zeilen einleitet. Im Versuch, die Titel-Geschichte zu erklären, stellt das Magazin seine eigene Aufmachung bloß. "Natürlich ist der Vergleich mit Hitlers 'Drittem Reich' unsinnig", heißt es da. "Aber ist es berechtigt, Deutschland als egoistischen europäischen Hegemon zu bezeichnen?"

Quelle: ntv.de, ieh

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