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Russland bereitet Luftschläge vor Merkel will auch mit Assad sprechen

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Assad in einem Interview mit einem russischen Sender in Damaskus.

(Foto: AP)

Im Syrienkrieg ist kein Ende in Sicht. Bundeskanzlerin Merkel plädiert dafür, mit vielen Akteuren zu reden - auch mit Staatschef Assad. Die Russen scheinen sich ebenfalls zu bewegen. Präsident Putin möchte gegen den IS vorgehen, zur Not allein.

Für eine Lösung des Syrien-Konflikts hält Bundeskanzlerin Angela Merkel auch Gespräche mit Syriens Staatschef Baschar al-Assad für nötig. "Es muss mit vielen Akteuren gesprochen werden, dazu gehört auch Assad", sagte Merkel beim EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise in Brüssel. Es müssten aber auch andere Akteure in der Region einbezogen werden wie der Iran oder Saudi-Arabien.

Der Bürgerkrieg in Syrien ist eine der Hauptursachen für die europäische Flüchtlingskrise. Millionen Menschen sind deshalb in den vergangenen Jahren in Nachbarländer geflohen und machten sich angesichts der anhaltenden Gewalt in ihrer Heimat und der schlechten Versorgungslage in den überfüllten Flüchtlingslagern Richtung Europa auf.

Russlands Präsident Wladimir Putin bereitet einem Medienbericht zufolge Luftschläge gegen die Extremistenmiliz (IS) in Syrien vor. Putin würde auf eigene Faust losschlagen, sollten die USA seine Bemühungen um ein gemeinsames Vorgehen zurückweisen, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Syrien setzt russische Drohnen ein

Der russische Präsident bevorzuge eine militärische Abstimmung mit den USA, dem Iran und der syrischen Armee, heißt es. Parallel dazu solle der Weg geebnet werden für einen politischen Wandel in Syrien, der auf eine Zukunft ohne den bislang von Russland gestützten Präsidenten Assad abziele. Dies ist eine zentrale Forderung der US-Regierung. Der Agentur zufolge ist Putin frustriert darüber, dass sich die USA zu seinem Vorschlag bedeckt halten.

Die syrische Luftwaffe setzt indes erstmals nach Angaben aus Sicherheitskreisen russische Drohnen eingesetzt. Die unbemannten Flugzeuge seien am Mittwoch im Kampf gegen Extremisten im Norden und Osten des Landes benutzt worden, verlautete aus Sicherheitskreisen in der Hauptstadt Damaskus. Welcher Typ von Drohnen wo genau zum Einsatz gekommen sein soll, wurde nicht näher erläutert.

Am Vortag hatte ein ranghoher Vertreter der syrischen Armee erklärt, diese habe weitere hochentwickelte Waffen von Russland erhalten und ihre Angriffe auf Dschihadisten verstärkt. Moskau habe mindestens fünf Kampfjets, Aufklärungsflugzeuge und "hochentwickeltes Militärmaterial" für den Kampf gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) geliefert. Neben den Flugzeugen, die mit "großer Präzision" mögliche Angriffsziele identifizieren könnten, seien ferngesteuerte "Präzisionsgeschosse" geliefert worden.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa/rts

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