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"Es gibt eine Sicherheitslücke" Minister: Nicht alle Flüchtlinge registriert

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Flüchtlinge in der zentralen Registrierstelle des Landes Nordrhein-Westfalen in Herford

(Foto: picture alliance / dpa)

Zu Wochenbeginn meldet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Alle nach Deutschland eingereisten Flüchtlingen sind registriert. Doch ein Landesinnenminister widerspricht.

Alle nach Deutschland eingereisten Flüchtlinge sind registriert, das gab das Bundesamt für Flüchtlinge und Migration am Dienstag bekannt. Sie seien mit Fingerabdrücken, Foto und Personendaten erfasst und polizeilich überprüft worden, sagte die Leiterin des operativen Bereichs, Katja Wilken-Klein, im ZDF. "Das gibt grundsätzlich Sicherheit, zu sehen, wer ist im Land."

Aber sind wirklich alle registriert? Holger Stahlknecht, Innenminister von Sachsen-Anhalt, widerspricht. Man dürfe der Bevölkerung nicht den Eindruck vermitteln, dass alle Flüchtlinge bei der Einreise erfasst worden seien. "Fairnesshalber muss man sagen, und das haben die Menschen ja auch gemerkt, dass wir ein paar Wochen einen Kontrollverlust an den deutschen Außengrenzen hatten", sagte der CDU-Politiker dem MDR. Eine Reihe von Menschen seien nach Deutschland gekommen und nicht erfasst worden - auch jetzt noch nicht. Denn: "Von denen wissen wir auch möglicherweise gar nicht, wo sie sind."

Die Landesregierung Sachsen-Anhalt geht von 150.000 Menschen aus, die illegal nach Deutschland gekommen sind und nicht erfasst wurden. "Es gibt eine gewisse Sicherheitslücke von Menschen, die hergekommen sind und nicht registriert werden können, weil wir nicht wissen, ob sie noch in Deutschland sind und wenn ja, wo sie sind", so Stahlknecht.

Bis Ende September will das BAMF auch die letzten Asylanträge entgegengenommen haben. Mitte Juli gab es demnach etwa 150.000 Menschen in Deutschland, die noch keinen Asylantrag stellen konnten. Bis Ende des Jahres will das Bundesamt den überwiegenden Teil der knapp 496.000 bisher noch nicht entschiedenen Asylverfahren abgearbeitet haben. Im vergangenen Jahr waren knapp 1,1 Millionen Asylbewerber in Deutschland neu erfasst worden. Dabei gab es jedoch Doppelregistrierungen, viele Menschen reisten anschließend in andere Länder weiter.

Quelle: n-tv.de, cro

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