Politik

Lukaschenko zu Gespräch erwartet Moskau schickt Fallschirmjäger nach Belarus

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Bereits im vergangenen Oktober haben russische und belarussische Streitkräfte in der Region Brest ein Manöver abgehalten.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Während in Belarus die Proteste gegen die Regierung weitergehen, schickt Russland Soldaten einer Fallschirmjäger-Division ins Land. Sie sollen sich an einer Militärübung beteiligen. Parallel dazu will Kremlchef Putin den unter Druck stehenden Staatschef Lukaschenko empfangen.

Russland will laut der Nachrichtenagentur RIA Spezialisten aus einer Fallschirmjäger-Division nach Belarus schicken. Sie sollen dort ab Montag gemeinsame Übungen mit dem belarussischen Militär durchführen, wie RIA unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete. Die Drills seien bis zum 25. September angesetzt. Danach würden die russischen Soldaten in ihre Heimat zurückkehren.

In Belarus kommt es seit der Präsidentenwahl am 9. August zu Massenprotesten. Die Opposition wirft dem seit 26 Jahren autoritär regierenden Alexander Lukaschenko Wahlbetrug vor. Die EU erkennt das Ergebnis der Präsidentschaftswahl nicht an. Russland ist der engste Verbündete von Lukaschenko. Am Montag wird der Staatschef zu einem Krisengespräch in Moskau erwartet. Lukaschenko begibt sich damit erstmals seit der umstrittenen Wahl außer Landes. Das Treffen der beiden Staatschefs soll in Sotschi am Schwarzen Meer stattfinden.

Putin hatte Lukaschenko nach der Wahl zum Sieg gratuliert und stellte ihm für den Ernstfall auch Unterstützung durch Truppen in Aussicht. Zugleich betonte er mit Blick auf die Massenproteste, dass die Menschen ein Recht hätten, ihre Meinung zu äußern. Lukaschenko hatte zuletzt mehrfach Spekulationen widersprochen, er könne einen Besuch in Russland nutzen, um sich abzusetzen.

Weil sich Lukaschenko am Präsidentenpalast zuletzt zweimal mit schusssicherer Weste und einer Kalaschnikow in der Hand zeigte, ist auch in der russischen Politik die Nervosität groß. Dem Vernehmen nach soll das persönliche Gespräch nun das weitere Vorgehen klären. In der Bevölkerung in Belarus ist die Hoffnung groß, dass Putin Lukaschenko zum Aufgeben bewegen könnte und einen anderen Statthalter installiert, um die Lage zu beruhigen.

Quelle: ntv.de, jpe/rts/dpa