Politik
Hunderttausende Menschen sind aus den zerstörten Städten, wie hier etwa Aleppo, geflohen.
Hunderttausende Menschen sind aus den zerstörten Städten, wie hier etwa Aleppo, geflohen.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 29. Juli 2015

Terror in Syrien: Münchner Jugendlicher wollte zum IS

Ein Teenager reißt von zuhause aus. Das Ziel seiner Reise ist Syrien. Dort will er in den Dschihad ziehen - sein Vorhaben scheitert aber kurz vor dem Ziel. Für die Behörden in Deutschland ist der Jugendliche kein Unbekannter.

Die türkische Polizei hat einen Münchner Jugendlichen auf dem Weg zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an der syrischen Grenze aufgehalten. Einen entsprechenden Bericht im Internetblog "Erasmus Monitor" griff die "Süddeutsche Zeitung" auf. In Behördenkreisen wird die Meldung als zutreffend bezeichnet.

Der inzwischen 14-jährige Junge ist den Sicherheitsbehörden schon länger bekannt. Er hatte sich an der Koran-Verteilaktion "Lies" beteiligt, die Salafisten 2011 gestartet hatten. Auch die besorgte Mutter wandte sich in der Vergangenheit hilfesuchend an die Behörden.

Seit gut einer Woche wurde er in Bayern vermisst. Laut "Erasmus-Monitoring" wollte er mit einer Verwandten nach Syrien fahren, die dort einen IS-Kämpfer heiraten wollte. Die türkische Grenzpolizei stoppte demnach zwar die Frau schon bei der Einreise, ließ den Jungen jedoch weiterreisen.

In der Millionenstadt Gaziantep nahe der syrischen Grenze wusste er nicht mehr weiter und versuchte, über das Internet die Schleusung nach Syrien zu organisieren. Die Kontaktversuche wurden aber offensichtlich von einem bei "Erasmus Monitor" aktiven Blogger bemerkt, der die deutschen Behörden informierte. Derzeit befindet sich der Junge noch in einem Jugendheim in der Türkei.

Quelle: n-tv.de