Politik

Israel geht hart gegen Terror vor Netanjahu kündigt "Kampf bis zum Tod" an

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In Ost-Jerusalem gab es Zusammenstöße zwischen palästinensischen Demonstranten und der Polizei.

(Foto: REUTERS)

Der Tod zweier Israelis durch Messerstiche führt zu einer Verschärfung des Konflikts: Ministerpräsident Netanjahu will Terroristen hart bestrafen. Außerdem verstärkt die Regierung die Sicherheitsmaßnahmen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will nach der Tötung zweier Israelis bei Messerattacken in Jerusalem harte gegen Attentäter vorgehen. Er kündigte neue Maßnahmen an: "Diese Schritte umfassen unter anderem den beschleunigten Abriss von Häusern von Terroristen", sagte Netanjahu in einer Videobotschaft.

Er habe angeordnet, dass die Verantwortlichen Maßnahmen treffen, "um Terror zu verhindern und um Attentäter abzuschrecken und zu bestrafen". Netanjahu kündigte einen erbitterten Kampf "bis zum Tod" gegen "den palästinensischen Terrorismus" an.

Zu den angeordneten Maßnahmen zählen laut Netanjahu auch die verstärkte Anwendung der Praxis, Verdächtige ohne Gerichtsverhandlung zu inhaftieren, sowie die Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen in Jerusalem und dem besetzten Westjordanland. Außerdem sollten "Anstachler" noch rigider vom Tempelberg ferngehalten werden.

Am Samstagabend hatte ein Palästinenser im muslimischen Viertel der Jerusalemer Altstadt zwei Israelis erstochen. Außerdem wurden bei dem Messerangriff das zweijährige Kind und die Frau eines der Opfer verletzt.

Palästinenser dürfen Jerusalems Altstadt nicht betreten

Der Angreifer, ein 19-jähriger Palästinenser, wurde erschossen. Er war nach Angaben der Organisation Islamischer Dschihad ihr Mitglied. Am Sonntagmorgen verletzte ein weiterer 19-jähriger Palästinenser einen israelischen Jugendlichen mit einem Messer. Der Attentäter wurde ebenfalls erschossen.

Die israelische Polizei verfügte ein Verbot für Palästinenser, die Altstadt zu betreten. Nur Bewohner der Altstadt, Ladeninhaber, Schüler, Israelis und Touristen haben Zugang. Bereits seit drei Wochen ist die Lage in der Altstadt rund um den für Juden und Muslime heiligen Tempelberg besonders angespannt, immer wieder gibt es Unruhen. Hintergrund ist eine Häufung religiöser Feste, die am Montagabend enden.

Auch im Westjordanland war die Lage stark angespannt. Dort war am Donnerstagabend ein jüdisches Siedlerpaar in seinem Auto erschossen worden. Bei nachfolgenden Racheakten israelischer Siedler sowie Razzien und Kontrollen der Armee erlitten am Wochenende 77 Palästinenser Schusswunden durch scharfe Munition und Gummigeschosse, wie der Rote Halbmond mitteilte.

Quelle: n-tv.de, jog/AFP