Politik

Ein Tag, zwei Fehlschläge Nordkorea misslingen zwei Raketentests

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Die früheren Machthaber Kim Il Sung und Kim Jong Il auf einem großen Mosaik in Pjönjang.

(Foto: dpa)

Unter Hochdruck arbeitet Nordkorea an Raketen, die einen atomaren Sprengkopf tragen können. Die Zuverlässigkeit scheint dabei auf der Strecke zu bleiben: Anscheinend missglücken an einem Tag gleich zwei Raketentests.

Nordkorea sind innerhalb weniger Stunden offensichtlich gleich zwei Tests einer Mittelstreckenrakete misslungen. Das südkoreanische Militär geht davon aus, dass Nordkorea an der Ostküste zwei Raketen des Typs Musudan abgefeuert hat, eine am Morgen, eine am Abend. Die erste Rakete sei "nach wenigen Sekunden" abgestürzt, hieß es. Wie weit die zweite flog, blieb unklar. Mitte April war schon der erste Test einer Rakete desselben Typs fehlgeschlagen.

Nordkorea arbeitet an der Entwicklung von Mittelstrecken- und Langstreckenraketen, die einen atomaren Sprengkopf tragen können. Mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verbieten dem Land allerdings Tests ballistischer Raketentechnik.

Bei den jüngsten Starts soll Nordkorea erneut versucht haben, eine Musudan-Rakete mit einer geschätzten Reichweite von 3000 bis 4000 Kilometern zu testen. Der Fehlschlag beim ersten Start sei von US-Aufklärungssatelliten beobachtet worden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

"70-Tage-Kampagne der Treue"

Die Musudan, die Nordkorea vor zwei Wochen gestartet hatte, war nach Einschätzung Südkoreas kurz nach dem Abheben in der Luft explodiert. Theoretisch könnte solch eine Rakete Ziele auf der US-Pazifikinsel Guam treffen.

Dass Nordkorea mehrere Raketentests innerhalb kurzer Zeit durchführt, ist vermutlich kein Zufall. Machthaber Kim Jong Un hat für den 6. Mai den ersten Kongress der herrschenden Arbeiterpartei seit 1980 einberufen. Was genau bei dem Kongress besprochen werden soll und wie lange dieser dauert, ist nicht bekannt. Im Vorfeld startete das Regime nach Angaben der Staatsmedien allerdings eine "70-Tage-Kampagne der Treue, um die Autorität der Führung hingebungsvoll zu verteidigen".

Der UN-Sicherheitsrat will in einer kurzfristig einberufenen Sitzung über den Konflikt beraten. Das höchste Gremium der Vereinten Nationen nahm den Punkt kurzfristig in die Tagesordnung auf. Den gescheiterten Raketentest Mitte des Monats hatte der Sicherheitsrat verurteilt. Die Sanktionen wurden gegen Pjöngjang wurden bereits nach einem Atomtest des Landes im Januar verschärft.

Quelle: n-tv.de, che/dpa

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