Politik

Nur so bleiben Beiträge stabil Ökonomen fordern ab 2052 "Rente mit 70"

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Statt gemütlich auf einer Bank zu sitzen, könnte das Arbeiten bis 70 auf einige Ältere zukommen.

(Foto: picture alliance / SvenSimon)

Viele Parteien haben sich bereits klar gegen die Rente mit 68 ausgesprochen, da gehen die Pläne des Instituts der deutschen Wirtschaft noch weiter: Nach einer Studie müsste das Eintrittsalter ab 2052 sogar auf 70 Jahre angehoben werden. Den Berechnungen zufolge lohnt sich das für die Rentner.

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre ab dem Jahr 2052 gefordert. Die von Regierungsberatern in dieser Woche geforderte Erhöhung des Rentenalters auf lediglich 68 Jahre ab Anfang 2040-er Jahre werde nicht ausreichen, um den Renten-Beitragssatz dauerhaft unter der politisch erwünschten Haltelinie von 22 Prozent zu stabilisieren, heißt es in einer noch unveröffentlichten Studie des Kölner Instituts, die bisher nur der "Rheinischen Post" vorliegt.

Mit der fortschreitenden Alterung der Bevölkerung werde der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung unweigerlich steigen - trotz eines gleichzeitig sinkenden Rentenniveaus und trotz der Rente mit 67, heißt es in der Studie. "Mit einer fortgesetzten Anhebung der Regelaltersgrenze bis auf 70 Jahre ab 2052 ließe sich der Beitragssatzanstieg aber bremsen und gleichzeitig das Sicherungsniveau stabilisieren", rät IW-Studienautor Jochen Pimpertz laut Rheinischer Post.

Rente fällt bei geringerem Beitrag höher aus

Würde das Rentenalter ab 2031 pro Jahr weiter um zwei Monate schrittweise angehoben, läge das Rentenalter 2052 bei 70 Jahren und könnte dort fixiert werden, heißt es weiter. In diesem Fall würde der Beitragssatz 2040 bei 21,4 Prozent eines Brutto-Monatsgehalts und 2060 bei 21,3 Prozent dauerhaft stabilisiert werden können. Er läge damit um 2,3 Prozentpunkte niedriger, als wenn das Rentenalter von 67 Jahren beibehalten würde. Das Rentenniveau läge beim weiteren Anstieg des Rentenalters auf 70 im Jahr 2040 bei 46,3 Prozent eines durchschnittlichen Arbeitnehmer-Gehalts und im Jahr 2060 bei 45,6 Prozent - und damit um 1,2 Punkte höher als bei Beibehaltung der Rente mit 67.

"Mit einer weiteren Anhebung der Regelaltersgrenze nach 2031 können also bei gleichzeitiger Verlängerung des Erwerbslebens die bis 2030 definierten Haltelinien von maximal 22 Prozent Beitragssatz und mindestens 43 Prozent Sicherungsniveau dauerhaft unterschritten beziehungsweise übertroffen werden", resümiert die Studie.

Auch der wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium hatte am Montag empfohlen, das Renteneintrittsalter ab 2031 weiter schrittweise anzuheben und an die gestiegene Lebenserwartung zu koppeln - und damit heftigen Widerspruch der Parteien ausgelöst. Es müsse über 67 Jahre hinaus erhöht werden, um auch künftigen Generationen eine Rente wie den aktuellen Rentnergenerationen zu ermöglichen, lautete der Appell der Regierungsberater. Ab 2042 würde nach der Empfehlung des Beirats das Rentenalter von 68 Jahren erreicht.

Quelle: ntv.de, als

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