Politik

"Skivergnügen nicht wie bisher" Österreich verbietet Après-Ski-Partys

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Bei Après-Ski-Partys hatten sich zu Beginn der Pandemie viele Touristen angesteckt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Österreich erteilt Après-Ski-Partys in der bisherigen Form in dieser Saison eine Absage. Menschen, die gedrängt in Bars und auf Terrassen Jagertee genießen, soll es nicht mehr geben. Getrunken werden darf aber trotzdem - mit neuen Regeln.

Après-Ski in Österreich findet in der bisherigen Form in diesem Winter wegen der Corona-Krise nicht statt. Gedrängtes Stehen soll es in Bars und auf Terrassen nicht mehr geben, Essen und Getränke dürfen nur noch im Sitzen konsumiert werden. Das kündigte die österreichische Regierung an. "Ski-Vergnügen ja, aber ohne Après-Ski", fasste Kanzler Sebastian Kurz zusammen.

Der ÖVP-Politiker betonte, man müsse dringend alles tun, um die Ansteckungszahlen niedrig zu halten und so auch Reisewarnungen zu vermeiden. Auch Tourismusministerin Elisabeth Köstinger kündigte an, dass es "Après-Ski in seiner gewohnten Form" in diesem Jahr nicht geben werde.

Die Situationen in Skihütten oder Bars, "wo man dicht gedrängt steht, die Musik laut ist und viel getrunken wird", seien die klassischen Infektionsherde, die es in dieser Saison "auf jeden Fall zu vermeiden" gelte. Konkret soll es zwar möglich sein, sich nach dem Ski-Tag alkoholische Getränke zu genehmigen, allerdings nur im Sitzen - sowohl drinnen als auch im Freien. Zudem dürften sich nur Gruppen von maximal zehn Personen gemeinsam bewegen. Diese sollten zu anderen Gruppen wiederum mindestens einen Meter Abstand halten.

Bis zu 500 Euro Strafe für Gäste

In Lokalen gelte auch in den Urlaubsgebieten auf dem Weg zum Tisch Maskenpflicht, für das Personal ohnehin. Auch in den Ski-Schulen soll die Obergrenze von zehn Personen gelten. Zudem sollen Angestellte in Hotels und Gastronomie, aber auch Skilehrer und Reisebegleiter verstärkt getestet werden. 85 Prozent der Seilbahnen sollen öffnen - mit Maskenpflicht. Durch die kurze Beförderungszeit von unter 15 Minuten sei das Infektionsrisiko dort gering, sagte Köstinger. Weihnachtsmärkte werde es unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln geben.

Um die Maßnahmen durchzusetzen, soll es verstärkte Kontrollen geben. Gäste müssen bei Verstößen mit Strafen von bis zu 500 Euro rechnen, so die "Kronenzeitung". Veranstalter könnten sogar mit bis zu 3600 Euro belangt werden.

Bei Partys im für seine Après-Ski-Szene berühmten Tiroler Skiort Ischgl hatten sich in der vergangenen Saison viele Touristen gerade auch aus Deutschland mit dem Coronavirus angesteckt. Tirols Landeschef Günther Platter begrüßte die Regeln. Après-Ski mache nur drei Prozent der Wertschöpfung im Wintertourismus seines Bundeslands aus.

Quelle: ntv.de, bea/dpa