Politik

"Kein normaler Präsident" Özdemir kritisiert Erdogans Berlin-Pläne

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Özdemir warnt vor "türkisch-nationalistisch-fundamentalistischen Parallelstrukturen": Recep Tayyip Erdogan.

(Foto: dpa)

Die anstehende Deutschland-Reise des türkischen Präsidenten schlägt schon Wochen im Voraus hohe Wellen. Mit Cem Özdemir spricht sich ein Spitzenpolitiker der Grünen für eine harte Linie gegen Erdogan aus. Die AfD ärgert sich vor allem über die "dreiste Instrumentalisierung" Özils.

Der Grünenpolitiker Cem Özdemir hat den geplanten Staatsbesuch des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan im September in Deutschland kritisiert. Erdogan sei "kein normaler Präsident in einer Demokratie" und solle deshalb auch nicht so empfangen werden, sagte Özdemir den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Man könne sich seine Gäste nicht immer aussuchen, so Özdemir weiter, aber Erdogan müsse "unmissverständlich klar gemacht werden, dass der Versuch, hier türkisch-nationalistisch-fundamentalistische Parallelstrukturen aufzubauen, nicht geduldet wird".

Kritik an dem geplanten Empfang des türkischen Präsidenten in Deutschland kommt auch aus den Reihen der AfD. Deren Fraktionsvorsitzende Alice Weidel lehnt den Besuch ganz ab. Mit Blick auf den angekündigten Staatsbesuch sagte sie, für eine Einladung gebe es nach Erdogans "dreister Instrumentalisierung des Fußballers Mesut Özil" nach dem Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft "auch nicht den geringsten Grund". Dagegen spreche auch die "Hasskampagne, mit der Erdogan und seine Clique Deutschland im Zuge der Özil-Debatte überzogen haben".

"Herr Erdogan soll zu Hause bleiben"

Es komme auch "nicht in Frage, dass Erdogan gestattet wird, in Berlin eine weitere Propagandashow abzuziehen, um aus der Türkei stammende Bürger und Einwohner unseres Landes gegen Deutschland und die deutsche Gesellschaft aufzuhetzen", argumentierte Weidel weiter.

"Auftritte wie Erdogans Kölner Rede, in der er Assimilation als 'Verbrechen' bezeichnet und Türken in Deutschland aufgefordert hatte, als Fünfte Kolonne seiner Politik Einfluss in Deutschland auszuüben, aber sich nicht an unsere Werte und unseren Rechtsstaat anzupassen, dürfen sich nie mehr wiederholen", sagte sie und fügte hinzu: "Herr Erdogan soll zu Hause bleiben."

Erdogan will einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge bei der für Ende September geplanten Reise nach Berlin auf einen offiziellen Staatsbesuch bestehen. Zum dabei üblichen großen Protokoll gehören ein Empfang durch den Bundespräsidenten mit militärischen Ehren und ein Staatsbankett. Nach Informationen der Zeitung will Erdogan auch in einer Veranstaltung zu Landsleuten sprechen.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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