Politik

Hilfe für Anti-Terror-Kampf Pakistan bittet um mehr deutsche Waffen

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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen spricht nach ihrer Ankunft in Islamabad mit der deutschen Botschafterin in Pakistan und einem pakistanischen Militär.

(Foto: picture alliance / dpa)

Deutschland und Pakistan wollen im Anti-Terror-Kampf verstärkt zusammenarbeiten. Aus Pakistan wird dafür der Wunsch nach mehr Rüstungsgütern laut. Die Reaktion der Verteidigungsministerin fällt schmallippig aus.

Pakistan wünscht sich deutsche Waffen für den Kampf gegen den Terror. Verteidigungsminister Khawaja Asif sagte beim Besuch seiner deutschen Amtskollegin Ursula von der Leyen in Islamabad, es gehe ihm "vor allem um Waffen, die defensiver Natur sind, und Waffen, die nützlich sind für den Kampf gegen den Terrorismus".

Von der Leyen bestätigte lediglich die Prüfung einer engeren militärischen Zusammenarbeit, äußerte sich aber nicht zu möglichen Rüstungsexporten. "Wir werden gemeinsam ausloten, wie wir gegebenenfalls unsere Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror auch intensivieren können", sagte sie. "Wir sind an der Seite Pakistans gemeinsam im Kampf gegen den Terror."

Pakistan leidet wie das Nachbarland Afghanistan unter dem Terror der radikalislamischen Taliban. Bei einem Angriff auf eine von der Armee betriebene Schule vor einem Jahr waren mehr als 150 Menschen getötet worden, die meisten davon Kinder. Als Reaktion auf das Massaker hatte die Regierung kurz darauf ein Moratorium auf die Todesstrafe aufgehoben. Seitdem richteten die Behörden trotz internationaler Proteste mehr als 300 Menschen hin.

Deutschland und Pakistan hatten 2012 erstmals ein Abkommen über militärische Zusammenarbeit abgeschlossen. Darauf bezog sich Asif. Er betonte, dass es darum gehe, alle islamistischen Bewegungen zu bekämpfen - vom Islamischen Staat (IS) bis zu den Taliban. "Das sind alles Köpfe desselben Monsters", sagte er. Der Terrorismus müsse als Ganzes bekämpft werden.

Mehr deutsche Soldaten in Afghanistan

Von der Leyen war nach einem zweitägigen Afghanistan-Besuch eingetroffen. In Kabul hatte sie die afghanische Regierung zu Reformen und zur Wiederbelebung des Versöhnungsprozesses mit den radikalislamischen Taliban aufgefordert. "Ich war erfreut zu hören, dass diese Botschaft klar verstanden ist", sagte sie nach einem Gespräch mit dem afghanischen Präsident Aschraf Ghani. "Jeder militärische Prozess muss eingebettet sein in einen starken politischen, wirtschaftlichen Prozess."

Von der Leyen macht die weitere Präsenz der Bundeswehr in Afghanistan von entsprechenden Reformen abhängig. "Wir wollen aber auch ein klares Zeichen setzen, dass wir die Menschen in Afghanistan nicht alleine lassen in ihrem Kampf gegen die Taliban und gegen den Terror", sagte sie. Wegen der angespannten Sicherheitslage soll die Zahl deutscher Soldaten in Afghanistan im nächsten Jahr von 850 bis zu 980 erhöht werden.

Quelle: ntv.de, jki/dpa