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Angriff auf Klinik in Kundus Pentagon äußert tiefstes Bedauern

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22 Menschen kamen bei dem Klinikbeschuss ums Leben.

picture alliance / dpa

Von einem US-Bomber getroffen, sterben 22 Menschen in einem Krankenhaus in Kundus. Nun räumt Washington offener ein, dass der Angriff ein Fehler war - und bedauert.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat nach dem Angriff auf ein Krankenhaus in Kundus sein tiefes Bedauern über den Verlust unschuldiger Leben ausgedrückt. 22 Menschen waren am Samstag bei dem vermutlich versehentlichen Angriff eines amerikanischen Flugzeugs auf die Klinik in Afghanistan gestorben. Das Pentagon werde die Ermittlungen Afghanistans und der Nato voll unterstützen, erklärte Carter.

"Durch vollständige und transparente Aufklärung tun wir alles, um diesen tragischen Zwischenfall zu verstehen, aus ihm zu lernen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, wo das nötig ist."  Zuvor hatte der Kommandierende der US- und Nato-Streitkräfte General John Campbell gesagt, die Klinik sei "fälschlicherweise getroffen" worden.

"Eine der gefährlichsten Regionen der Welt"

Campbell blieb im Streitkräfteausschuss des US-Senats bei seiner Einschätzung, dass der als Kriegsverbrechen kritisierte Angriff auf Bitten der afghanischen Armee erfolgt sei. "Wir würden niemals absichtlich eine geschützte medizinische Einrichtung anvisieren", sagte Campbell. Die Entscheidung sei in der US-Befehlskette gefallen.

Kämpfer der radikal-islamischen Taliban hatten weite Teile des ehemaligen Bundeswehr-Einsatzgebietes unter ihre Kontrolle gebracht. Regierungstruppen eroberten bis Montag das Stadtzentrum der Großstadt Kundus zurück. Angesichts des Angriffs der Taliban sprach sich der amerikanische Vier-Sterne-General für einen längeren Truppenverbleib aus. "Afghanistan bleibt eine der gefährlichsten Regionen der Welt", sagte Campbell.

Der anhaltende Druck auf radikale Gruppen und die Ausbildung der afghanischen Armee durch US- und Nato-Streitkräfte hätten Terroranschläge im Ausmaß der Attacken vom 11. September 2001 verhindert, sagte Campbell.

Nach dem Willen von US-Präsident Barack Obama sollen die verbleibenden 9800 amerikanischen Soldaten bis Ende 2017 abgezogen werden. Ob die afghanischen Sicherheitskräfte ohne Unterstützung der USA auskommen, ist fraglich.

Bis Ende dieses Jahres hatte die Anzahl der US-Soldaten auf 5500 sinken sollen. Aber im März hatte Obama bereits angekündigt, die Truppen langsamer als geplant abzuziehen.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa

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