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"IS ernsthafte Schläge versetzt" Putin nennt US-Abzug aus Syrien "richtig"

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"Wir haben dem IS in Syrien ernsthafte Schläge versetzt", sagt Wladimir Putin.

REUTERS

Mit seiner Entscheidung, das US-Militär aus Syrien abzuziehen, stößt Präsident Trump bei seinen westlichen Verbündeten auf Unverständnis. Kreml-Chef Putin kann den Truppen-Abzug dagegen nachvollziehen - "im Großen und Ganzen".

Russlands Staatschef Wladimir Putin hat die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zum US-Truppenabzug aus Syrien als "richtig" bezeichnet. "Im Großen und Ganzen" stimme er mit Trumps Einschätzung überein, dass der IS in Syrien besiegt sei, sagte Putin bei seiner Jahrespressekonferenz in Moskau. "Wir haben dem IS in Syrien ernsthafte Schläge versetzt", fügte er mit Blick auf die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hinzu.

Zugleich meldete Putin Zweifel an der konkreten Umsetzung von Trumps Ankündigung an: "Wir sehen noch keine Anzeichen für abziehende US-Truppen, aber ich schätze, dass es möglich ist." Trump hatte seine Verbündeten zuvor mit der Ankündigung überrascht, sämtliche US-Truppen aus Syrien abzuziehen. Der US-Präsident begründete seine Entscheidung damit, dass der IS in Syrien besiegt sei.

Nicht nur bei am Anti-IS-Kampf beteiligten Verbündeten wie Frankreich und Großbritannien stieß dies auf Kritik. Auch zahlreiche Politiker und Experten in den USA kritisierten den Abzug als verfrüht, da er die IS-Miliz stärken und dem Iran, Russland und Syriens Machthaber Baschar al-Assad freie Hand geben werde.

Putin warnte derweil davor, die Gefahr eines Atomkriegs zu unterschätzen. Die Welt werde derzeit Zeuge des Zusammenbruchs der internationalen Ordnung, was das Risiko einer solchen Auseinandersetzung erhöhe, sagte er. Im jüngst neu aufgeflammten Konflikt mit der Ukraine zeigte sich Putin hart. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko habe die Krise im Schwarzen Meer aus wahltaktischen Gründen provoziert.

Gleichgewicht soll beibehalten werden

Dieser sei davon ausgegangen, dass es auf ukrainischer Seite Tote geben werde, und sei nun unzufrieden, dass alle Seeleute noch am Leben seien. Über das Schicksal der festgenommenen Soldaten werde nach den Ermittlungen entschieden. "Gott möge es verhindern, aber wenn es dazu (zu einem Atomkrieg) kommen würde, würde dies das Ende aller Zivilisation bedeuten und vielleicht auch des Planeten", warnte Putin. "Das sind ernsthafte Fragen, und es ist eine Schande, dass es eine Tendenz gibt, sie zu unterschätzen."

Der russische Präsident verwies in diesem Zusammenhang auf die Ankündigung der USA, den INF-Vertrag von 1987 zu verlassen, der beiden Ländern den Bau und die Stationierung von Mittelstreckenraketen verbietet. "Lasst sie am Ende nicht sagen, dass wir versucht hätten, uns einen Vorteil zu verschaffen", sagte Putin. "Uns geht es nicht um einen Vorteil, sondern darum, das Gleichgewicht beizubehalten und uns um unsere Sicherheit zu kümmern." Er hoffe, dass der gesunde Menschenverstand siegen werde.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/rts

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