Politik

Ratlose Republikaner Rechte suchen Alternative zu Romney

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Aus Sicht der harten Konservativen ist Mitt Romney ein "Flip-Flopper".

(Foto: AP)

Der Republikaner Mitt Romney ist Vertretern des rechten Flügels seiner Partei nicht konservativ genug. Bei einem Treffen in Iowa suchen sie nach einem Kandidaten, den sie gegen Romney in Stellung bringen können - angesichts des dürftigen Bewerber-Tableaus kein leichtes Unterfangen.

Der parteiinterne Widerstand gegen den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney wird offenbar konkret. Wie der Nachrichtensender CNN berichtet, haben sich mehrere Vertreter von konservativen Gruppen im Bundesstaat Iowa getroffen, um sich über eine Alternative zu Romney bei den anstehenden Vorwahlen zu einigen.

Der Plan der Gruppen, zu denen einflussreiche Organisationen wie die "Iowa-Koalition für Glauben und Freiheit" und die "Besorgten Frauen Amerikas" gehören, besteht offenbar darin, einen Alternativkandidaten zu Romney zu finden und bei der Vorwahl in Iowa gemeinsam zu unterstützen. In Iowa beginnt traditionell der Abstimmungsmarathon, bei denen die Parteien in allen Bundesstaaten ihre Kandidaten für den Hauptwahlkampf nominieren. Ein Sieg gleich zu Beginn beim sogenannten "Iowa Caucus" kann für Kandidaten wegweisend sein, denn es mobilisiert Spender und Wähler gleichermaßen.

Wer der Anti-Romney sein wird, steht bisher noch nicht fest. In der engeren Auswahl stehen laut CNN vier Kandidaten: die Tea-Party-Politikerin Michele Bachmann, die gerade erst ihre Memoiren veröffentlicht hat, Newt Gingrich, der derzeit die Umfragen anführt, der Ex-Senator Rick Santorum und Rick Perry, der zuletzt vor allem durch peinliche Fehltritte auf sich aufmerksam machte. Allerdings sei die Auswahl schwierig. "Jemanden zu unterstützen, der nur bei fünf oder sechs Prozent in den Umfragen liegt, ergibt keinen Sinn", zitiert CNN eine anonyme Quelle.

Ex-Pizzaketten-Boss Herman Cain, dem mehrere Frauen sexuelle Übergriffe vorwerfen, sowie der Radikal-Libertäre Ron Paul und Ex-Diplomat John Huntsman sind offenbar nicht im Gespräch.

Romney gilt bei vielen Republikanern, besonders denen am rechten Rand, als nicht konservativ genug. So hatte er unter anderem als Gouverneur von Massachusetts eine Gesundheitsreform eingeführt, die viele Aspekte von Obamas Gesundheitspolitik vorwegnahmen - und die von Republikanern rundweg abgelehnt werden. Auch bei anderen Kernthemen wie der Legalisierung von Abtreibungen und dem Umgang mit illegalen Einwanderern hatte Romney in der Vergangenheit wiederholt seine Meinung geändert, weswegen ihm nun das Image eines "Flip-Floppers" anhängt.

Religiöse Gruppen, besonders die in der Partei stark vertretenen evangelikalen Christen, stoßen sich außerdem an Romneys Glauben: Der 64-Jährige ist Mormone und damit nicht in den Augen aller Republikaner vollwertiger Christ.

Beste Aussichten in Iowa, wo am 3. Januar abgestimmt wird, hat Newt Gingrich. Er führt die aktuellen Umfragen aus dem Bundesstaat im Herzen der USA zusammen mit Romney, Cain und Paul an. Rick Perry und Michele Bachmann erreichen nach bisherigem Stand nur einstellige Werte und dürften damit kaum noch Chancen auf den Sieg haben.

Quelle: ntv.de

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