Politik

Scharfe Kritik an Merz Röttgen fordert "neue Köpfe" in der CDU

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Röttgen war unter Merkel Umweltminister, mittlerweile gilt er als Außenexperte.

(Foto: picture alliance / Soeren Stache)

Kritik ja, aber keine persönlichen Angriffe: CDU-Politiker Röttgen fordert eine Erneuerung seiner Partei und der Großen Koalition. Zugleich kritisiert er aber den Vorstoß von Friedrich Merz gegen Kanzlerin Merkel, er spricht von "Selbstzerfleischung".

Der CDU-Politiker Norbert Röttgen hat eine inhaltliche und personelle Erneuerung seiner Partei gefordert. "Wir brauchen neue Köpfe", sagte er in der ARD. Die Probleme der CDU bestünden derzeit "in einem Mangel daran, dass die Bürger glauben, wir sind auf der Höhe der Zeit", sagte er. "Dieses Vakuum müssen wir füllen", forderte er.

War man nicht zufrieden mit einer Regierung, habe man früher die Opposition gewählt, sagte Röttgen weiter. Das gehe heute nicht mehr. "In Thüringen haben wir die Lage, dass überhaupt keine Mehrheit zustandekommt." Um das zu ändern, müsse sich seine Partei "identifizierbarer machen". Dazu brauche es auch neue Köpfe. "Aber die neuen Köpfe müssen sich dadurch qualifizieren, dass sie etwas zu sagen haben."

Röttgen warnte seine Partei zugleich vor Personaldiskussionen und kritisierte die von dem CDU-Politiker Friedrich Merz losgetretene Debatte um die Rolle von Kanzlerin Angela Merkel. Die inhaltliche und personelle Erneuerung könne "nicht durch Selbstzerfleischung ersetzt" werden, warnte er. "Die Probleme der CDU bestehen nicht in einem Mangel an Personaldiskussionen."

Koalition muss "Stillstand überwinden"

Zudem kritisierte Röttgen das gegenwärtige Erscheinungsbild der Großen Koalition. Diese müsse den "Stillstand überwinden - das muss passieren", forderte er. Er verwies auf ein Interview, in dem er der Koalition vor einem Jahr "systemische Erschöpfung" und einen mangelnden Regierungswillen attestiert habe. "Ich muss leider sagen, dieses Interview ist immer noch aktuell."

Das politische System in Deutschland sei derzeit in einer "Erschöpfungsphase". Er habe aber weder "Selbstzerfleischung betrieben" und "auch keine Rechnungen beglichen", sondern "auf die Notwendigkeit hingewiesen, diesen Stillstand, den wir haben, zu überwinden", sagte Röttgen.

Der Politiker hatte sich in den vergangenen Tagen mit einem Aufruf in die CDU-interne Debatte eingeschaltet. Eine Gruppe von rund 20 Unionsabgeordneten um den Außenpolitiker erklärte am Mittwoch offensichtlich mit Blick auf Merz: "Das Verhalten Einzelner war extrem schädlich für die CDU und selbstzerstörerisch."

Quelle: n-tv.de, mli/AFP/dpa