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Freitag, 27. November 2015

Artillerie und Eliteeinheiten: Russland soll Bodentruppen in Syrien haben

Bislang greifen die USA, Europa und Russland in Syrien nur mit Luftschlägen ein. Doch das könnte nun anders sein. Medienberichten zufolge hat Russland Bodentruppen in das Bürgerkriegsland entsandt - darunter Artillerieeinheiten.

Der Krieg in Syrien könnte in eine neue Phase eingetreten sein. Nach "Spiegel"-Informationen hat Russland mittlerweile Bodentruppen in das Bürgerkriegsland entsandt. Demnach sind Eliteeinheiten des Militärgeheimdienstes, Transportflugzeuge und -hubschrauber sowie Artillerie-Einheiten im Einsatz. Sie sollen den Truppen des Diktators Baschar al-Assad zur Seite stehen, die Russland bereits seit Wochen auch aus der Luft unterstützt. Dass der Kreml auch über die Luftschläge hinaus am Boden aktiv sein könnte, war bislang unbekannt. Welche Quellen der "Spiegel" hat, ist noch unklar.

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Laut "Spiegel Online" sollen bereits zwei Angehörige des Militärgeheimdienstes GRU im Einsatz gefallen sein. Sie hätten zur 22. Speznas-Brigade gehört, die nahe Rostow am Don stationiert sei. Dort seien die beiden Militärangehörigen bereits am 12. November beerdigt worden. Russischen Medien sei verboten worden, über ihren Tod zu berichten.

Doch nicht nur Geheimdienstler seien am Boden aktiv, sondern auch schwere Waffen. So seien Einheiten der 120. russischen Artilleriebrigade nach Syrien verlegt worden. Namentlich gehe es um Haubitzen vom Typ Msta-B. Diese seien eigentlich in Sibirien stationiert. Konkret helfe Russland dem Assad-Regime zudem mit Truppentransporten. Syrische Soldaten würden mit Militärflugzeugen vom Typ Iljuschin und Mi-24-Hubschraubern an ihre Einsatzorte geflogen.

Bereits bekannt war, dass Russland nach dem Abschuss eines seiner Kampfjets durch die türkische Luftwaffe das Raketensystem S-400 an die syrische Küste verlegt hatte. Damit sei der Kreml in der Lage, eine Flugverbotszone durchzusetzen, urteilten Experten.

Frankreich hatte sich am Freitag zudem offen dafür gezeigt, ebenfalls mit dem Regime Assads zusammenzuarbeiten. Außenminister Laurent Fabius schloss zwar eigene Bodentruppen in Syrien aus, regte aber eine stärkere Kooperation mit der Freien Syrischen Armee an und eben auch der regulären Armee an. Das kommt einem radikalen Kurswechsel in der französischen Syrienpolitik gleich, die bislang auf einem baldigen Ende der Assad-Herrschaft bestanden hatte. Die Terroranschläge von Paris hatten jedoch den Kampf gegen die Terrormiliz IS zur höchsten Priorität erhoben.

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Quelle: n-tv.de