Politik

Mit Regimetruppen gegen den IS Paris erwägt Zusammenarbeit mit Assad

Eine Zusammenarbeit mit den Truppen des syrischen Regimes ist bislang ein Tabu für die westliche Anti-IS-Koalition. Frankreichs Außenminister Fabius will daran rütteln - zum Entsetzen der syrischen Opposition.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hat erstmals eine Einbeziehung der syrischen Regierungstruppen in den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat ins Spiel gebracht. Bei der Bekämpfung der Extremisten gebe es "zwei Maßnahmen: Bombardierungen und Truppen am Boden", sagte Fabius dem Radiosender RTL. Die Bodentruppen könnten nicht von Frankreich gestellt werden, aber von Einheiten der oppositionellen Freien Syrischen Armee, von sunnitischen arabischen Truppen "und warum nicht auch von Regierungstruppen", sagte Fabius.

Eine direkte oder indirekte Zusammenarbeit mit den Truppen der Regierung in Damaskus wäre ein grundlegender Wechsel im Kurs des Westens in Syrien. Bislang lehnen vor allem die USA, die den Luftkrieg gegen den IS anführen, jegliche Zusammenarbeit mit der syrischen Regierung vehement ab. Washington verweist dabei auf die schweren Menschenrechtsverletzungen, die dem Regime von Präsident Baschar al-Assad vorgeworfen werfen.

Auch mit Russland, das in enger Zusammenarbeit mit Assad den IS ebenso wie andere syrische Rebellengruppen bombardiert, koordiniert die US-geführte Anti-IS-Allianz ihre Einsätze bislang nicht.

Syrische Opposition widerspricht

Auch Paris lehnte bisher jegliche Zusammenarbeit mit der Regierung in Damaskus ab. Nach den IS-Anschlägen in Paris vor zwei Wochen hatte es jedoch Kritik an dieser Haltung geben, insbesondere daran, dass französische Geheimdienste nicht mit ihren syrischen Kollegen kooperieren. Syrische Agenten sollen dem französischen Inlandsgeheimdienst etwa vor zwei Jahren eine Liste mit den Namen in Syrien für den IS kämpfender Franzosen angeboten haben, doch aus politischen Gründen sei die Liste nicht angenommen worden.

Die syrische Opposition reagierte entsetzt auf den Vorstoß von Fabius. "Dieser Schritt wird nur den Interessen des größten Terroristen Baschar Al-Assad dienen", sagte Ahmed Ramadan, Führungsmitglied des in Istanbul ansässigen Oppositionsbündnisses Nationale Syrische Koalition. Der syrische Präsident stehe an der Spitze des Terrorismus. "Wir wissen alle, dass es immer ein gemeinsames Interesse zwischen Daesch (IS) und dem Regime gab", erklärte Ramadan.

Quelle: ntv.de, mbo/AFP/dpa

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