Politik

Ziel ist Militärbasis in Syrien Russland verlegt Fregatte ins Mittelmeer

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Die "Admiral Grigorowitsch" nimmt Kurs auf die Militärbasis Tartus in Syrien.

(Foto: REUTERS)

Moskau spricht von einer "Aggression". Doch der Verbündete des syrischen Machthabers Assad reagiert auch militärisch auf den US-Angriff auf eine syrische Luftwaffenbasis: Eine russische Fregatte steuert die syrische Küste an.

Nach dem US-Angriff auf einen syrischen Fliegerhorst ist eine russische Fregatte mit Marschflugkörpern in das Mittelmeer verlegt worden. Ziel der Fregatte "Admiral Grigorowitsch" sei die russische Militärbasis Tartus an der syrischen Küste, meldete die Agentur Tass unter Berufung auf Militärkreise in Moskau. Die Fregatte der russischen Schwarzmeerflotte sei bei einer gemeinsamen Übung mit der türkischen Marine eingesetzt worden.

Auf Anordnung von US-Präsident Donald Trump hatten die US-Streitkräfte zuvor von zwei Kriegsschiffen im Mittelmeer insgesamt 59 Marschflugkörper auf die syrische Luftwaffenbasis Al-Schairat abgefeuert. Trump bezeichnete seine Entscheidung als Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgasangriff vom Dienstag auf die Kleinstadt Chan Scheichun, bei dem nach Angaben von Aktivisten mindestens 86 Zivilisten getötet wurden.

Der Westen macht Damaskus für den Giftgasangriff verantwortlich. Dagegen weisen Russland und der Iran als engste Verbündete von Machthaber Baschar al-Assad jede Verantwortung der syrischen Luftwaffe für die Attacke zurück. Demnach soll ein Chemiewaffen-Lager der Rebellen bei einem Angriff getroffen worden sein.

"Zwischen uns gibt es absolutes Misstrauen"

Russland verurteilte den US-Angriff aus der Nacht als "Aggression gegen einen souveränen Staat". Ähnlich wie im Irak und Libyen könnte die Intervention das Land ins Chaos stürzen, warnte Vize-Botschafter Wladimir Safronkow. "Dieser Schritt Washingtons fügt den russisch-amerikanischen Beziehungen, die sich ohnehin schon in einem elenden Zustand befinden, einen signifikanten Schaden zu", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Ein russischer Armeesprecher kündigte an, dass die Luftabwehr des syrischen Militärs ausgebaut werde.

Nach Ansicht des russischen Regierungschefs Dmitri Medwedew hätte der Angriff beinahe zu einer militärischen Auseinandersetzung geführt. "Zwischen uns gibt es absolutes Misstrauen", schrieb Medwedew auf Facebook. "Die USA stehen in einem heftigen Konflikt mit dem Völkerrecht, es gibt keine Zustimmung der Vereinten Nationen", schrieb er. Trump verstoße auch gegen seine eigenen Wahlversprechen, gegen den Terror vorzugehen.

Auf Verlangen Russlands wird sich zudem der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Raketenangriff befassen. Am Mittwoch und Donnerstag hatte sich der Sicherheitsrat auf keine gemeinsame Resolution zu dem mutmaßlichen Giftgasangriff einigen können.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/AFP

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