Politik

Anschlag bei Fußballspiel geplant? SEK nimmt mutmaßlichen IS-Terroristen fest

In Rheinland-Pfalz geht der Polizei ein mutmaßlicher IS-Mann ins Netz: Er soll zu Saisonbeginn der Fußball-Bundesliga einen Anschlag geplant haben. Ob es solche Pläne tatsächlich gab und wenn ja, wie weit sie fortgeschritten waren, ist noch völlig unklar.

In Mutterstadt in der Pfalz ist ein Terrorverdächtiger von einem Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei festgenommen worden. Es bestehe der Verdacht, dass es sich um ein Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) handelt, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Mainz. Spekulationen, wonach der Mann ein IS-Repräsentant höheren Ranges ist, dementierte das Ministerium. Nach Angaben des Sprechers lagen jedoch "Hinweise vor, dass für den Saisonbeginn der Fußball-Bundesliga etwas geplant wurde". Um welche Art von Angriff es sich dabei hätte handeln sollen, ist unklar.

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Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 24-jährigen Asylbewerber, der bei einer Überprüfung aufgegriffen wurde. Nach ARD-Informationen stammt er aus Syrien, reiste Anfang 2016 nach Deutschland ein und soll auch erkennungsdienstlich behandelt worden sein. Ein Zeuge hatte laut Ministerium Hinweise auf eine mögliche islamistisch-motivierte Anschlagsplanung gegeben. Eine konkrete Bedrohungslage habe aber nicht vorgelegen. Laut Staatsanwaltschaft ist bereits Haftbefehl gegen den Verdächtigen beantragt worden. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Weiter ermittelt wird nun in Duisburg. Die dortige Polizei bestätigte die Festnahme und teilte mit, dass die Wohnung des Verdächtigen bereits durchsucht wurde. Laut ARD sollen die Ermittler auf dem Handy und dem Computer des Mannes Fotos gefunden haben, die ihn mit Panzerfäusten und Maschinengewehren zeigen. Offiziell bestätigt wurde dies bisher nicht.

Lewentz lobt Polizeieinsatz

An dem Einsatz in Mutterstadt war neben den Beamten der Duisburger Polizei auch das Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz beteiligt. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz sagte: "Es ist ein reibungsloser Ablauf zwischen den Polizeikräften aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gewesen." NRW-Innenminister Ralf Jäger erklärte, die Festnahme habe gezeigt, "dass die Sicherheitsbehörden im Kampf gegen den islamistischen Terror gut und erfolgreich zusammenarbeiten".

Am 18. Juli hatte ein 17-jähriger Flüchtling aus Afghanistan oder Pakistan in einer Regionalbahn bei Würzburg fünf Menschen mit einer Axt schwer verletzt, ehe er von der Polizei erschossen wurde. Knapp eine Woche später sprengte sich ein 27-jähriger syrischer Flüchtling in Ansbach in die Luft und verletzte 15 Menschen. In beiden Fällen fanden die Ermittler Hinweise, dass die Männer IS-Anhänger waren.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa/rts/AFP

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